Unternehmensanalyse Apple Inc.

Unternehmensanalyse vom 03.04.2020

Die folgende Unternehmensanalyse zeigt auf, wie Apple fundamental aufgestellt ist, wohin sich der Konzern in Zukunft entwickeln wird und ob aktuell ein guter Einstiegszeitpunkt für langfristig ausgerichtete Investoren ist.

Allgemeine Hinweise zur Analyse

Bei Bolesch sind wir immer auf der Suche nach den besten Investmentchancen. Wir haben einen fokussierten Anlagestil basierend auf dem klassischen Prinzip des Value Investing nach Benjamin Graham.

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Um die besten Investments zu identifizieren und dauerhaften Kapitalverlust zu vermeiden, unterziehen wir potenzielle Investments einem ausführlichen Selektionsprozess. Immer werden eine allgemeine Unternehmensbewertung, eine Fundamentalanalyse, eine Preisanalyse und eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Bei unseren Analysen wird der freie Cashflow als maßgebliche Kennzahl genutzt. Eine ausführliche Beschreibung unserer Prinzipien findest du hier. Der Innere Wert des Unternehmens wird mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren ermittelt. Die Jahresdividende wird bei der Ermittlung des zukünftigen inneren Wertes herausgerechnet. Als Basis wird die jeweils letztmalig ausgezahlte Dividende genommen. Alle Kennzahlen sind, sofern nichts anderes angeben ist, selbst berechnet und werden den Jahresgeschäftsberichten der Unternehmen entnommen. Bei allen Kennzahlen und Schätzungen werden konservative Annahmen getroffen und eine Sicherheitsmarge eingerechnet. Zur Auswertung der Kennzahlen und Berechnung der Daten kommt die BAS (Bolesch Analyse Software) zum Einsatz. Die Software verknüpft Berechnungsmethoden des Risiko Managements mit den Regeln des Value Investing. Das Scoring System der BAS berechnet die Kennzahlen auf Basis des langfristigen freien Cashflows. Dadurch werden die wirklichen Stärken der analysierten Unternehmen identifiziert und die Qualität der daraus resultierenden Investments deutlich verbessert. Obwohl die Berechnung äußerst komplex ist, ist es unser Ziel die Analysen möglichst einfach und verständlich darzustellen.

Kurzportrait Apple Inc.

Apple Inc. ist ein US- amerikanisches Technologieunternehmen und gemessen an der Marktkapitalisierung das wertvollste Unternehmen der Welt. Das Unternehmen entwirft, produziert und vermarktet High-End Smartphones, Personal Computer, Tablets, Wearables und Zubehör. Weiterhin betreibt es verschiedene digitale Plattformen für Software, Musik und Filme.

Geschäftsbereiche

Das Unternehmen ist in zwei Geschäftsbereiche aufgeteilt, die nachfolgend zusammenfassend beschrieben werden:

Produkte

  • iPhone
  • Mac
  • iPad
  • Wearables, Home und Accessoires

Services

Digital Content Stores und Streaming Service

  • App Store
  • TV App Store
  • Watch App Store
  • Apple Music
  • Apple TV+
  • Apple Care
  • iCloud
  • Licensing
  • Apple Arcade
  • Apple Card

Umsatz der Geschäftsbereiche

Die folgenden beiden Diagramme zeigen den Umsatz der Geschäftsbereiche in Euro und den prozentualen Anteil aus dem Jahr 2019.

Der Großteil des Umsatzes, 127,5 Mrd. EUR oder 55 %, wird mit dem iPhone erwirtschaftet.

Umsatz nach Regionen

Die folgenden beiden Diagramme zeigen den Umsatz nach Regionen in Euro und den prozentualen Anteil aus dem Jahr 2019.

Der Großteil des Umsatzes, 117 Mrd. EUR oder 45 %, wird in den USA erwirtschaftet. Auf Platz zwei und drei folgen Europa und China. Eine weltweite Diversifikation ist gegeben.

Alleinstellungsmerkmale/ Wettbewerbsvorteile Apple Inc.

Apple ist der bekannteste Markenname der Welt. Das Unternehmen ist Trendsetter Nr.1 und es hat sich ein Kult um die Produkte entwickelt. Die revolutionären Erfindungen haben immer wieder zu weltweiten disruptiven Veränderungen geführt.

Apple ist weltweit der einzige Anbieter, der seinen Kunden die Hardware und Software, Cloud Service und skalierbare Plattformen aus einer Hand anbietet. Das Unternehmen hat mit seinem Produktuniversum einen geschlossenen Kreislauf geschaffen, aus dem die Nutzer nur sehr schwer wieder herauskommen. Dies führt zu einer Abhängigkeit der Nutzer. Daher kann Apple die Preise für die Produkte hochhalten bzw. immer wieder erhöhen. Durch das sehr große Finanzpolster ist das Unternehmen in der Lage, riesige Investitionen in neue Services zu tätigen.


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Allgemeine Unternehmensbeurteilung

Apple ist ein zyklisches, konjunkturabhängiges und einem intensiven Wettbewerb ausgesetztes Unternehmen. Es hat jedoch als weltweit erfolgreicher Trendsetter sehr gute Wettbewerbsbedingungen. Das Unternehmen hat ein weit gefächertes Kerngeschäft, die Erlöse aus den Produkten sind sehr breit aufgestellt. Die Kosten zur Entwicklung der Innovationen sind zunächst sehr kapitalintensiv. Dadurch sind die Produkte schwer reproduzierbar und es gibt hohe Einstiegshürden für Wettbewerber.

Apple hat die Produktion der Hardware- Produkte ausgelagert. Die Produktion wird komplett von Lieferfirmen wie Qualcomm übernommen. Dieses Outsourcing spart Kosten und Zeit. Apple kann mit seiner Marktmacht flexibel reagieren und zwischen Lieferfirmen wechseln. Auf der anderen Seite gibt es bei einer Auslagerung der Produktion immer einen hohen Kommunikations,- und Kontroll- Bedarf. Auch besteht immer die Gefahr, dass vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit kommen oder an Konkurrenten weitergegeben werden.

Management

Unter der Führung des Apple- Gründers Steve Jobs hat das Management bahnbrechende Produkte und Prozesse in das Unternehmen eingeführt. Schlanke Prozesse gehören ebenfalls hierzu wie die intuitiven Produkte. Alles muss einfach und verständlich sein. Das Management konzentriert sich immer auf die Kernprozesse und die Weiterentwicklung des Unternehmens steht im Vordergrund. Mit diesem Verhalten wird sichergestellt, dass immer die besten Mitarbeiter zu Apple gezogen werden.

Die Wichtigkeit des Shareholder Return hat sich erst mit Tim Cook als CEO entwickelt. Inzwischen kauft Apple, neben Auszahlung der Dividende, in großem Ausmaß eigene Aktien zurück. Durch die vorgenommene Kapitalherabsetzung wird der Gewinn auf weniger Aktionäre verteilt und die Eigenkapitalrendite stetig erhöht. Zu diesem Schachzug hatte man in Zeiten von Steve Jobs den Gründer von Berkshire Hathaway, Warren Buffett, kontaktiert, der zum Aktienrückkauf riet. Jobs lehnte den Vorschlag immer ab, Cook setzt den Rat seit 2012 um. Buffetts Firma hält inzwischen ca. 5 % der Anteile von Apple.

Tim Cook arbeitet seit 1998 bei Apple und seit August 2011 ist er CEO. Er führt das Unternehmen sehr besonnen und mit langfristiger Ausrichtung. Cook handelt zurückhaltender als Steve Jobs, neue Produkte und Services werden mit weniger Show auf den Markt gebracht. Das ist absolut kein Nachteil.

Zur Bewertung des Managements werden für die Analysen die folgenden Fragen analysiert.

Bewertung Allgemeine Unternehmensbeurteilung

Das Unternehmen ist für zukünftige Herausforderungen sehr gut aufgestellt.



Fundamentalanalyse

Apple wird als Substanzwert eingestuft. Bei einem Substanzwert werden die einzelnen Bestandteile der Analyse (Allgemeine Unternehmensbewertung, Fundamentalanalyse, Preisanalyse) gleich gewichtet.

Entwicklung Umsatz

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung des Umsatzes aus den Jahren 2010- 2019. Das durchschnittliche Wachstum in der Zeitperiode von 2010 bis 2019 betrug 18 % pro Jahr. Hier kann bis auf zwei Ausnahmejahre ein stabiles Wachstum abgeleitet werden.

In den Jahren 2016 und 2019 war der Umsatz rückläufig. Seit dem Jahr 2016 hat sich das Umsatzwachstum verlangsamt. Das durchschnittliche Wachstum in der Zeitperiode von 2016 bis 2019 betrug nur noch 3 % pro Jahr. Dies ist auf den gesättigten Markt für Smartphones zurückzuführen.

Wie weiter oben dargestellt, wird 55% des Umsatzes mit dem iPhone generiert. Apple hat also eine starke Abhängigkeit vom iPhone. In diesem Bereich ist das Unternehmen einigen Herausforderungen ausgesetzt. Der Weltmarkt für Smartphones ist gesättigt. Es besteht kaum noch Wachstum, es geht nahezu nur noch um den Austausch von bestehenden Geräten. Apple steht unter einem enormen Wettbewerbsdruck, vor allem die Konkurrenz aus China drückt die Preise und die Margen. Die Qualität von Konkurrenzgeräten z.B. von Samsung hat inzwischen das gleiche Niveau wie die Apple Geräte. Vorteile bestehen aus dem Image des iPhones als Statussymbol. Deshalb kann Apple höhere Preise durchsetzen. Mittlerweile ist ein Trend zu erkennen, dass die Kunden nicht mehr bei jeder neuen Generation des iPhone das dringende Bedürfnis haben, auf das neueste Gerät zu wechseln. Die Wechselzyklen werden immer länger, ein Batterietausch wird mittlerweile auch in Betracht gezogen.

Die folgende Graphik zeigt des prozentuale Wachstum pro Jahr der Geschäftsbereiche iPhone, Mac und iPad. Das Wachstum in allen drei Bereichen unterliegt starken Schwankungen und ist unterdurchschnittlich.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Geschäftsbereichen Wearables und Services. Hier zeichnet sich der Zukunftsmarkt von Apple ab. Diese Geschäftsbereiche werden für das Unternehmen die Wachstumstreiber der Zukunft sein. Das durchschnittliche Wachstum in den beiden Geschäftsbereichen lag im Zeitraum von 2014 bis 2019 jenseits der 20 % pro Jahr.

Zu den Wearables gehören momentan die AirPods und die Apple Watch. Hier bestehen sehr große Wachstumsmöglichkeiten im Bereich kleiner, internetfähigerer Geräte, die man direkt am Körper trägt.

Apple hat große Pläne im Bereich Gesundheit. Über die Apple Watch und zugehörige Services will das Unternehmen jeden einzelnen Nutzer befähigen, seinen Körper zu überwachen. Dies soll zum Beispiel zum frühzeitigen Erkennen von Herzinfarkten genutzt werden. Der Bereich der Überwachung von Körperfunktionen mit digitalen Geräten steht noch ganz am Anfang seiner Entwicklung und bietet riesiges Potential. Da Apple die Geräte, die Services und die Software aus einer Hand anbietet, werden die Nutzer durch die Gesundheitsservices noch stärker an das Unternehmen und den geschlossenen Apple- Kreislauf gebunden. In diesen Bereichen werden der Wandel und die Weiterentwicklung des Unternehmens stattfinden. Tim Cook sagte in einem Interview, die geplanten Gesundheitsservices werden die größte Errungenschaft von Apple für die Menschheit werden. Sollte es Apple langfristig gelingen, Gesundheitsdaten der rund einer Milliarde iPhone- Nutzer mit Cloud- Gesundheits-Services auszustatten, würde ein gigantischer Big Data Anbieter mit ungeahnten Möglichkeiten entstehen. Es ist davon auszugehen, dass Apple damit „the next big thing“ in der Pipeline hat.

Freier Cashflow und Gewinn

Der freie Cashflow und der Gewinn sind in den Jahren von 2010 bis 2019 kontinuierlich gestiegen. In den letzten beiden Jahren 2018 und 2019 ist der freie Cashflow deutlich höher als der Gewinn. Dies ist auf die aggressiven Aktienrückkäufe zurückzuführen, die den freien Cashflow verzerren. Bereinigt um die Aktienrückkäufe waren die Gewinne höher als der freie Cashflow. Dies bedeutet, dass Apple mehr investiert als abgeschrieben hat. Das ist sehr gut für ein Unternehmen, welches stark von der Digitalisierung profitiert.

Ein besseres Bild bietet hier der operative Cashflow aus den Jahren 2010- 2019. Bis zum Jahr 2015 ist der operative Cashflow stark gestiegen, ab 2016 stagniert dieser. Dies ist dem stagnierendem iPhone Absatz zuzuschreiben. Die Investitionen sind wie der freie Cashflow verzerrt in den Jahren 2018 und 2019 durch die Aktienrückkäufe.

Der für alle weiteren Berechnungen genutzte durchschnittliche Gewinn aus den Jahren 2014- 2019 beträgt 8.61 EUR. Der für alle weiteren Berechnungen genutzte durchschnittliche freie Cashflow aus den Jahren 2014- 2019 beträgt 10.01 EUR.        

Margen

Die Gewinnmarge ist sehr stabil und bei ca. 20 % auf einem hohen Niveau. Das unterstreicht den Hype um die Produkte und die Bereitschaft der Kunden, hohe Preise für die Apple Produkte zu zahlen. Die Standardabweichung der Gewinn- Marge in den letzten 5 Jahren beträgt 2 %. Dieser Wert wird als sehr gut eingestuft. Die freie Cashflow- Marge ist aufgrund der mehrfach beschriebenen Cashflow Schwankungen volatil. Die Standardabweichung der Free Cashflow- Marge in den letzten 5 Jahren beträgt 14%. Dieser Wert wird als schlecht eingestuft.

Wachstumserwartung des freien Cashflows und des Gewinns

Ziel der Berechnungen ist es, die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens zu bestimmen. Als erste Grundlage zur Berechnung der Wachstumserwartung von Gewinn und freiem Cashflow werden Vergangenheitswerte in die Zukunft extrapoliert. Die Grundlage für die Berechnung sind die Gewinne und Cashflows aus den Jahren 2010- 2019. Die Extrapolation des freien Cashflows aus den Jahren 2010- 2019 ergibt ein durchschnittliches Wachstum von 20% pro Jahr. Daraus kann ein langfristig positiver Trend abgeleitet werden.

Die Extrapolation der Gewinne aus den Jahren 2010- 2019 ergibt ein durchschnittliches Wachstum von 15 % pro Jahr. Wie beim freien Cashflow kann auch hier ein langfristig positiver Trend abgeleitet werden.

Zukünftige Gewinnerwartung

Um die zukünftige Gewinnerwartung zu berechnen werden die folgenden Faktoren analysiert:

Das Ergebnis dieser Berechnungen bedeutet, dass wir in Zukunft von einem um 15 % weniger starkem Wachstum ausgehen.

Die Geschäftsrisiken von Apple sind als hoch einzuschätzen. Apple generiert einen Großteil des Umsatzes mit dem iPhone. Sollte die Firma hier Innovationen verpassen oder es zu Problemen bei Zulieferern kommen, dann schlägt das sofort auf das Wachstum des Unternehmens durch. Die Geräte von Apple unterliegen einem raschen technologischen Wandel und falsche Entscheidungen können schnell zu einem Verlust von Marktanteilen führen. Sollte es zu fehlerhaften Produkten oder Softwarefehler kommen, könnte das Image von Apple leiden. Dann können Preiserhöhungen wie in der jetzigen Marktlage nicht mehr durchgesetzt werden. In diesem Fall würde durch den starken Wettbewerb die Gewinnmarge bei den Produkten sinken.

Eine der wichtigsten Fragen bei der Ermittlung der zukünftigen Gewinnerwartung ist, wie stark das Unternehmen von einem Megatrend profitiert. Apple profitiert nicht von Megatrends, das Unternehmen setzt Megatrends. Die Computermaus, der iPod, das iPhone und das iPad lösten alle einen Trend aus, der unser Leben verändert hat. Da das Unternehmen neben Hard,- und Software auch Plattformen und Cloudservices für die Produkte anbietet, kann das Geschäftsmodell skaliert werden. Die zukünftigen Services werden davon profitieren und werden reichlich Cashflow generieren.

Die Korrelation des freien Cashflows und des Gewinns seit 2010 in Höhe von 0.86 ist im unauffälligen Bereich und weder positiv noch negativ zu bewerten.

Das Verhältnis des freien Cashflows der letzten fünf Jahren zum Gewinn der letzten fünf Jahre ist in einem angemessenen Verhältnis. Die Investitionen stehen in einem gesunden Verhältnis zu den Gewinnen.

Aus all den oben beschriebenen Fakten und der Berücksichtigung einer angemessenen Sicherheitsmarge leiten wir ein zukünftiges jährliches Wachstum von Apple in Höhe von 15 % ab.

Vermögen und Schulden

Apple hat ein Gesamtvermögen von 309.6 Mrd. EUR, die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 236.5 Mrd. EUR. Das ergibt ein Nettovermögen von 73.1 Mrd. EUR. Dem gegenüber steht eine aktuelle Marktkapitalisierung in Höhe von 1.024 Mrd. EUR.

Die Eigenkapitalrendite liegt bei 69 %, dies wird bei einer vertretbaren Verschuldung bzw. einem vertretbaren Fremdkapitaleinsatz als hervorragend eingestuft.

Das Verhältnis des durchschnittlichen freien Cashflows zu den Gesamtschulden beträgt 5.04. Das bedeutet, dass Unternehmen könnte seine Gesamtschulden mit dem freien Cashflow in ca. 5 Jahren voll kompensieren. Diese Kennzahl ist sehr gut. Das Verhältnis Zinsaufwand zum Gewinn aus 2019 (10.87 EUR pro Aktie) beträgt 0.03. Das bedeutet, die Aufwände für Zinsen belasten den Gewinn nicht. Diese Kennzahl ist hervorragend.

Die Investitionsquote des operativen Cashflows zwischen 2010 und 2019 betrug 42.5 %. Diese Zahl wird als ideal für einen Fundamentalwert bewertet.

Goodwill

Bei unseren Analysen wird die Kennzahl des Goodwills nahezu so hoch gewichtet wie die Schuldenkennzahlen des Unternehmens. Da der bilanzielle Goodwill nicht abgeschrieben wird, sondern jährlich einer Prüfung auf Werthaltigkeit unterzogen wird, kann es zu einer Aufblähung der Bilanz kommen und es besteht die Gefahr der außerordentlichen Abschreibung eines Einmalbetrages. Ein solcher Fall kann eintreten, wenn vom Management mehrfach überteuerte Unternehmensübernahmen vorgenommen werden, und diese übernommenen immateriellen Werte niemals monetarisiert werden können. Wenn bei solchen Unternehmensübernahmen auch noch Kapitalerhöhungen vorgenommen werden, wird der zukünftige Gewinnanteil der bestehenden Investoren verwässert.

All die beschriebenen Gefahren treten bei Apple nicht auf. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien ist in den letzten Jahren gesunken.

Der Anteil des immateriellen Vermögens inclusive des Goodwills am Gesamtvermögen beträgt 0 %. Dieser Wert ist sehr gut, es besteht keine Gefahr für außerordentliche Abschreibungen.

Geistiges Eigentum

Für klassische Value Investoren fällt die Bewertung von Unternehmen aus der Digitalbranche sehr schwer, weil der selbstgeschaffene Wert für geistiges Eigentum wie Plattformen und Software in den Bilanzen nicht oder nur unzureichend ausgewiesen wird. Nur hinzugekauftes geistiges Eigentum wird im Goodwill ausgewiesen. Dieser nicht ausgewiesene Wert steigert aber den Gesamtwert dieser Unternehmen erheblich. Auch die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells muss in die Bewertung des Firmenwertes einfließen. Die klassischen Berechnungsmethoden der Ikonen des Value Investing sehen solche Berechnungen nicht vor. Daher nehmen wir neben den klassischen Value Kennzahlen auch einen Faktor für geistiges Eigentum und den Wert von skalierbaren Plattformen in unsere Berechnungen auf. So können wir einen realistischeren Unternehmenswert ermitteln. Je nach Skalierbarkeit des Geschäftsmodells berechnen wir den Wert des nicht bilanzierten geistigen Eigentums mit dem Mehrfachen des jährlichen operativen Cashflow.

Für Apple berechnen wir einen Wert für das geistige Eigentum in Höhe von 100.85 EUR pro Aktie.

Bewertung Dividendenkennzahlen

Das Unternehmen zahlt seit 2012 ununterbrochen und eine ansteigende Dividende. Die Dividendenrendite ist aktuell mit 1.28% unterdurchschnittlich. Das Unternehmen hat sich entschieden den Weg der Aktienrückkäufe einzuschlagen, um Ausschüttungen an die Anteilseigener vorzunehmen. Dies macht aus steuerlicher Sichtweise Sinn. Auch hier zeigt sich wieder die Zusammenarbeit mit Warren Buffett, was als sehr gut zu bezeichnen ist.

Die Ausschüttungsquote des durchschnittlichen freien Cashflows zwischen 2010 und 2019 lag bei 22.8 %. Somit ist die Dividende voll durch den Cashflow abgedeckt.

Bewertung Fundamentalanalyse

Das Unternehmen ist fundamental gut aufgestellt.



Preisanalyse

Der zur Berechnung genutzte durchschnittliche Gewinn pro Aktie aus den Jahren 2014- 2019 beträgt 8.69 EUR . Das daraus resultierende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt 25.36. Bezogen auf ein geschätztes jährliches Wachstum von 15 % ist das Verhältnis KGV zu Wachstum (PEG) 1.68. Diese Kennzahl wird als hoch eingestuft, was negativ einzuordnen ist.

Der zur Berechnung genutzte durchschnittliche freie Cashflow pro Aktie aus den Jahren 2014- 2019 beträgt 10.10 EUR. Das daraus resultierende Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) beträgt 21.82. Bezogen auf ein geschätztes jährliches Wachstum von 15 % ist das Verhältnis KCV zu Wachstum 1.45. Diese Kennzahl wird als mittelhoch eingestuft, was leicht negativ einzuordnen ist. Seit dem Jahr 2012 ist der Aktienkurs 233 % stärker gewachsen als der freie Cashflow im gleichen Zeitraum.

Der Kurs liegt aktuell 25.52% unter dem 52-Wochen-Hoch.

(alle Berechnungen zum Kurs per 02.04.2020)                                                     

Bewertung Preisanalyse

Der Preis der Unternehmensanteile wird aufgrund klassischer Kennzahlen als hoch eingeschätzt.


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Innerer Wert ex Dividende nach Discounted Cashflow Verfahren

Apple hat ein Gesamtvermögen von 15.73 EUR pro Aktie. Hierzu wird der Wert des geistigen Eigentums pro Aktie addiert. Das ergibt ein Vermögen pro Aktie in Höhe von 116.58 EUR. Zur Bestimmung des inneren Wertes wird der abgezinste erwartete Cashflow addiert. Aufgrund der Fundamentaldaten wird mit einem Anlagehorizont bis zum Jahr 2027 kalkuliert und ein innerer Wert von 290 EUR pro Aktie errechnet. Dieser Wert liegt 24 % über dem aktuellen Börsenkurs der Aktie per 02.04.2020.

Bewertung innerer Wert

Der innere Wert pro Aktie liegt über dem aktuellen Börsenkurs der Anteile  

Gesamtanalyse

Risiken

Aufgrund der Corona Krise steuert die Welt auf eine Rezession zu. Da das iPhone dem Unternehmen den größten Umsatzanteil beschert, ist es vorhersehbar, dass Apple von der Krise in Mitleidenschaft gezogen wird. Wir gehen aber im Moment davon aus, dass die Corona- Pandemie nur kurzfristige negative Auswirkungen auf Apple hat.

Der Markt für Smartphones im Allgemeinen ist im Moment gesättigt. Es werden fast nur noch bestehende Geräte ausgetauscht. Auch längere Austauschzyklen bei Smartphones führt zu stagnierendem Wachstum.

Langfristig wird der Markt für High-End Geräte, in dem Apple tätig ist, stark von der Konkurrenz angegriffen. Neben Samsung Electronics werden vor allem die chinesischen Anbieter immer stärker in das Luxus- Segment vorstoßen. Damit werden die Preise der Geräte und damit die Margen unter Druck kommen. Sollte Apple es nicht schaffen, mit neuen Innovationen und Services die Abhängigkeit vom iPhone zu verringern, wird das Wachstum stagnieren oder rückläufig sein.

Falsche Entscheidungen oder Rückrufe durch Hardwarefehler können am Image als Premiumanbieter kratzen und somit die Tür für die Konkurrenz weiter öffnen.

Auch mögliche Patentstreitigkeiten und Probleme bei Zulieferern müssen als Risiken aufgeführt werden.

Chancen

Das Unternehmen hat hervorragende Fundamentaldaten und die Produkte generieren Cashflow in großem Ausmaß. Die Produkte gelten als Statussymbol und Apple ist weltweit führender Trendsetter. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass digitale Produkte sich erst durchsetzen, wenn Apple diese anbietet.

Der von Apple geschaffene geschlossene Kreislauf aus Hardware, Software und Services ist einmalig und kann bei keinem anderen Unternehmen der Branche gefunden werden. Die Nutzer werden äußert geschickt an das Unternehmen gebunden.

Die Geschäftsbereiche Wearables und Services werden für das Unternehmen die Wachstumstreiber der Zukunft sein. Durch die Skalierbarkeit der Plattformen und Cloud- Services bestehen immense Wachstumsmöglichkeiten mit großen Gewinnmargen.

Apple hat ein hervorragendes Management, welches weitsichtig und im Sinne des Unternehmens handelt. Tim Cook führt das Unternehmen zurückhaltender als es Steve Jobs getan hat. Cook wird gerne vorgeworfen, keine innovativen Produkte hervorzubringen. Das stimmt so nicht. Die Pläne von Apple im Gesundheitsbereich bieten immense Möglichkeiten. Durch Gesundheitsservices werden die Nutzer noch mehr an das Unternehmen und dessen Produktkreislauf gebunden. Die Firma wird dadurch zu einem Big Data Anbieter im Gesundheitswesen. Apple verdient mit Big Data noch kein Geld. Hier eröffnet sich mit knapp einer Milliarde Nutzer sehr großes Potential.

Für unser Portfolio haben wir im März 2020 Aktien zum Preis von USD 257 gekauft. Der Anteil von Apple am Bolesch Beteiligungsportfolio beträgt aktuell 7 %.


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Urheberrechte

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Quellen

Alle verwendeten Daten für die Fundamentalanalyse stammen von Apple und können in den Geschäftsberichten auf der Investor Relations Website von Apple eingesehen werden.

Offenlegung

Der Autor hält Aktien von Apple Inc.

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