Unternehmensanalyse Aurelius Equity Opportunities

Unternehmensanalyse vom 20.06.19, aktualisiert am 15.05.2020 und 24.05.2020

Die folgende Unternehmensanalyse zeigt auf, wie Aurelius fundamental aufgestellt ist und ob aktuell ein guter Einstiegszeitpunkt für langfristig ausgerichtete Investoren ist.

Allgemeine Hinweise zur Analyse

Bei Bolesch sind wir immer auf der Suche nach den besten Investmentchancen. Wir haben einen fokussierten Anlagestil basierend auf dem klassischen Prinzip des Value Investing nach Benjamin Graham.

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Um die besten Investments zu identifizieren und dauerhaften Kapitalverlust zu vermeiden, unterziehen wir potenzielle Investments einem ausführlichen Selektionsprozess. Immer werden eine allgemeine Unternehmensbewertung, eine Fundamentalanalyse, eine Preisanalyse und eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Bei unseren Analysen wird der freie Cashflow als maßgebliche Kennzahl genutzt. Eine ausführliche Beschreibung unserer Prinzipien findest du hier. Der Innere Wert des Unternehmens wird mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren ermittelt. Die Jahresdividende wird bei der Ermittlung des zukünftigen inneren Wertes herausgerechnet. Als Basis wird die jeweils letztmalig ausgezahlte Dividende genommen. Alle Kennzahlen sind, sofern nichts anderes angeben ist, selbst berechnet und werden den Jahresgeschäftsberichten der Unternehmen entnommen. Bei allen Kennzahlen und Schätzungen werden konservative Annahmen getroffen und eine Sicherheitsmarge eingerechnet. Zur Auswertung der Kennzahlen und Berechnung der Daten kommt die BAS (Bolesch Analyse Software) zum Einsatz. Die Software verknüpft Berechnungsmethoden des Risiko Managements mit den Regeln des Value Investing. Das Scoring System der BAS berechnet die Kennzahlen auf Basis des langfristigen freien Cashflows. Dadurch werden die wirklichen Stärken der analysierten Unternehmen identifiziert und die Qualität der daraus resultierenden Investments deutlich verbessert. Obwohl die Berechnung äußerst komplex ist, ist es unser Ziel die Analysen möglichst einfach und verständlich darzustellen.

Kurzportrait Aurelius

Die AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA ist eine 2006 gegründete Kommanditgesellschaft auf Aktien mit Sitz in Grünwald bei München. Aurelius ist eine europaweit aktive Investmentgruppe mit Büros in München, London, Stockholm und Madrid. Die Beteiligungsgesellschaft ist spezialisiert auf die Übernahme von Unternehmen mit Entwicklungspotential. Das sind in der Regel mittelständische Unternehmen mit einem Umsatzvolumen zwischen 100 Mio. und einer Milliarde EUR. Aktuell gehören 23 Unternehmen zum Aurelius Konzern, die mit über 100 Experten aus allen Fachbereichen aktiv verwaltet werden.

Geschäftsbereiche

Aurelius ist in die folgenden Segmente aufgeteilt, mit den entsprechenden Unternehmensgruppen:

Industrial Production

Services & Solutions

Retail & Consumer Products

Alleinstellungsmerkmale/ Wettbewerbsvorteile Aurelius

Aurelius erwirbt Unternehmen in Sondersituationen wie zum Beispiel einer Insolvenz oder Unternehmensteile von großen Konzernen, die dort keine Zukunft mehr haben (Carve-outs). Das Ziel ist, diese zu sanieren und zu einem höheren Preis am Markt zu platzieren. Der Kaufpreis der Unternehmen und die mögliche Realisierung der Bargain Purchase (siehe Kapitel Goodwill/Badwill) ist ein entscheidendes Kriterium für das Geschäftsmodell von Aurelius. Aus diesem Grund kommt dem Management eine bedeutende Rolle zu. Bei der Identifikation geeigneter Akquisitionsziele muss das Management auf ein breites Netzwerk von Spezialisten zugreifen können. Daher bestehen die Wettbewerbsvorteile vor allem aus dem Know How und den Geschäftsverbindungen des Managements und der Aurelius- Gesellschafter. Die interne Erfahrung und das Netzwerk wachsen mit jeder weiteren Übernahme. Solange das Wissen und somit die Wettbewerbsvorteile in der Firma gehalten werden können, hat das Unternehmen einen soliden Konkurrenz-Vorsprung, welches ein enormes Potential entfaltet. Der Geschäftsverlauf der letzten Jahre zeigt, dass CEO Dirk Marcus und sein Team dies bisher immer geschafft haben. Wir leiten daraus ein großes Potenzial für den Aurelius- Ansatz ab.

Allgemeine Unternehmensbeurteilung

Aurelius wird auch als Berkshire Hathaway Deutschlands bezeichnet. Dieser Vergleich ist natürlich nicht korrekt, da Aurelius mit einem völlig anderen Ansatz bei der Übernahme der Unternehmen vorgeht. Wie bereits beschrieben konzentriert sich Aurelius auf Unternehmen in Sondersituationen und Carve Outs. Gemeinsamkeiten mit Berkshire Hathaway gibt es sicherlich beim langfristigen Investmenthorizont und der Anwendung der immer gleichen Kriterien für Übernahmen. Die Akquisitions-Spezialisten von Aurelius identifizieren mehrere hundert potenzielle Übernahmekandidaten jährlich, von denen etwa 10 bis 15 Prozent einer detaillierten Bewertung unterzogen werden. Das Management beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Branche, legt aber die Schwerpunkte auf die folgenden Bereiche:

  • IT & Business Services
  • Industrieunternehmen & Chemie
  • Lifestyle & Konsumgüter

Es gibt eine gewisse Streuung des Risikos, da Aurelius in 23 völlig verschiedene und unabhängig voneinander agierende Unternehmen mit jeweiligen Tochterunternehmen investiert ist. Durch dieses weit gefächerte Kerngeschäft sind die Erlöse aus den Produkten breit aufgestellt. Dem Management ist die Wichtigkeit des Shareholder Return bewusst, die Aktionäre werden an den Erlösen aus Unternehmensverkäufen beteiligt und auch bei den Aktienrückkäufen geht Aurelius vorbildlich im Sinne der Aktionäre vor. Aufgrund der Corona Krise wird im Jahr 2020 die Dividende ausgesetzt.

Es ist davon auszugehen, dass zukünftige Sonderbelastungen wegen der aktuellen Corona Krise die Bilanz, den Net Asset Value und die Gewinne belasten werden.

Management

Dem Management kommt bei Aurelius eine bedeutende Rolle zu. Es ist entscheidend, das Wissen und die Kontakte in der Firma zu halten. Sollte es hier zu einem Aderlass kommen, könnte das fatal für den zukünftigen Geschäftsverlauf werden. Für die Identifikation geeigneter Akquisitionsziele braucht das Unternehmen ein Netzwerk aus Entscheidungsträgern und erfahrene Experten aus den Bereichen Mergers & Acquisitions, Recht und Finanzen, die die bestehende Geschäftsführung bei Bedarf ergänzen und unterstützen. Nur so kann die Gesellschaft eine effiziente Due Diligence auf gleichbleibend hohem Niveau sicherstellen.

Der Vorstand besteht aus den folgenden Personen:

Dr. Dirk Marcus- Gründer Aurelius 2006

Gert Purkert- Gründer Aurelius 2006

Steffen Schiefer- seit 2008 bei Aurelius

Fritz Seemann- seit 2009 bei Aurelius

Matthias Täubl- seit 2008 bei Aurelius

Seit August 2018 verantwortet Donatus Albrecht, Bruder von Ursula von der Leyen, die gruppenweite M&A Strategie der Aurelius Gruppe. Weitere Know how Träger sind zum Beispiel Florian Muth oder Franz Woelfler, die den Bereich für Management buy ins und buy outs verantworten.

Zur Bewertung des Managements greifen wir auch bei Aurelius auf unseren bewährten Ansatz mit den folgenden Fragen zurück:

Bewertung Allgemeine Unternehmensbeurteilung

Aufgrund der Corona Krise ist das Unternehmen erhöhten Risiken ausgesetzt.



Fundamentalanalyse

Aurelius wird als Wachstumswert eingestuft. Bei einem Wachstumswert werden die einzelnen Bestandteile der Analyse (Allgemeine Unternehmensbewertung, Fundamentalanalyse, Preisanalyse) unterschiedlich hoch gewichtet. Bei den Preiskennzahlen werden höhere Werte und bei den Dividendenkennzahlen werden niedrigere Werte akzeptiert.

Entwicklung Umsatz

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung des Umsatzes aus den Jahren 2010- 2019.

Das durchschnittliche Wachstum in der Zeitperiode von 2010 bis 2019 betrug 16.83% pro Jahr. Hieraus kann ein stabiles Wachstum abgeleitet werden. Für das Jahr 2020 ist mit einem rückläufigen Umsatz zu rechnen.

Nach 2017 wurde Aurelius im Januar 2020 ein zweites mal Opfer einer Short-Attacke, bei dem der Shortseller Ontake Reasearch unterstellte, die Beteiligungen seien wertlos und dem Buchwert drohten riesige Abschreibungen. Wie schon im Jahr 2017 sind die Anschuldigungen haltlos und können von Aurelius durch Rekordverkäufe widerlegt werden. Trotz allem war Ontake Research erfolgreich, der Kurs der Aurelius Aktie brach ein.

Seit Anfang 2019 konnte Aurelius einige erfolgreiche Unternehmensverkäufe vollziehen. Verkauft wurden die Beteiligungen an Solidus, GHOTEL hotel & living, die Scandinavian Cosmetics Group und das Skandinavien-, Mittel- und Osteuropageschäft von Office Depot. Im September 2019 wurden die Verkaufszahlen zu Solidus gemeldet. Mit einem Verkaufspreis in Höhe von 330 Millionen Euro konnte der grösste Verkauf der Aurelius Unternehmensgeschichte vollzogen werden. Mit der Transaktion konnte ein positiver Ergebniseffekt von mehr als 100 Mio. EUR verbucht werden.Der gesamte Cashflow im Jahr 2019 für den Verkauf der Unternehmensbeteiligungen betrug 230 Millionen Euro.

Entwicklung Net Asset Value

Bei Beteiligungsunternehmen wie Aurelius spielt hauptsächlich der Net Asset Value (NAV) der Beteiligungen eine Rolle. Daher konzentrieren wir uns bei der Analyse von Aurelius schwerpunktmäßig auf den NAV. Beim Net Asset Value handelt es sich um den Buchwert oder Zeitwert der aktuellen Unternehmensbeteiligungen. Bei Aurelius wird der Buchwert/ Zeitwert durch die Diskontierung zukünftiger, geschätzter Cashflows ermittelt. Dazu wird sich eines Discounted Cashflow Modells bedient. Die Bilanzierungspraxis wird gelegentlich als aggressiv bezeichnet, ist aber bilanztechnisch absolut zulässig. Bei Value Investoren ist das Discounted Cashflow Modell akzeptiert und auch wir nutzen die Methode für unsere Unternehmensanalysen. Aurelius schließt bei der NAV- Berechnung die zu erwarteten Sanierungserfolge ein. Sollte die Sanierung eines Unternehmens nicht gelingen, so muss in der Bilanz entsprechend abgewertet werden. Wir sind uns der Problematik dieser Bilanzierungsform bewusst und tragen dem bei der Berechnung des inneren Wertes Rechnung.

Die folgende Grafik zeigt das Wachstum des Net Asset Value von 2010 bis 31.März 2020.

Diese Grafik zeigt das prozentuale Wachstum pro Jahr des Net Asset Value.

Für die ersten 3 Monate des Jahres 2020 hat die Gesellschaft den NAV 11.43 % nach unten korrigiert. Aufgrund der Krise kann es im Laufe des Jahres 2020 zu weiteren Anpassungen nach unten kommen.

Die folgenden Grafiken zeigt den Net Asset Value der Segmente und prozentualer Anteil aus dem Geschäftsjahr 2019.

Zum Vergleich die beiden Grafiken per 31.03.2020

In der Konzerneinheit «Andere» werden die liquiden Mittel von Aurelius zusammengefasst. Die Nominalbeträge der ausgegebenen Wandelanleihe sowie der Unternehmensanleihe werden dabei abgezogen.

Entwicklung Gewinn

Die Entwicklung des Gewinns zeigt zwischen 2010 bis 2019 eine hohe Schwankungsbreite auf. Bei Jahren ohne große Anteilsverkäufe oder Einnahmen aus der Purchase Bargain ist natürlich der Gewinn geringer ausgefallen.

Dies ist keinesfalls eine Schwäche des Unternehmens, sondern zeigt auf, dass der Gewinn auf Jahresbasis als Kennzahl nicht im Vordergrund stehen sollte.

Wachstumserwartung und Kontinuität des Net Asset Value

Da der freie Cashflow bei Aurelius stark von der Auflösung der negativen Unterschiedsbeträge (Bargain Purchase) abhängig ist, ist dieser nicht für die Berechnung der zukünftigen Ertragskraft nutzbar. Daher rückt der freie Cashflow bei Aurelius in den Hintergrund. Wir haben diese Werte natürlich auch analysiert, in der Gewichtung und Bewertung der Kennzahlen spielen diese aber eine untergeordnete Rolle.

Ziel dieser Berechnungen ist es, die zukünftige Ertragskraft der Gesellschaft und deren Kontinuität zu bestimmen. Zur Berechnung der Wachstumserwartung des Net Asset Value werden Vergangenheitswerte in die Zukunft extrapoliert. Die Grundlage für die Berechnung sind der NAV aus den Jahren 2010- 2019.

Aus der Extrapolation des Net Asset Value aus den Jahren 2010- 2019 lässt sich ein langfristig leicht positiver Trend ableiten.

Zukünftige Gewinnerwartung

Um die zukünftige Gewinnerwartung zu berechnen werden die folgenden Faktoren analysiert:

Das Ergebnis dieser Berechnungen bedeutet, dass wir in Zukunft von einem um 35 % weniger starkem Wachstum ausgehen.

Durch die Streuung der Investments in 23 verschieden Firmen schätzen wir die Gefahren aus zyklischen Geschäftsbereichen als mittelhoch ein. Aurelius selbst ist keinem Konkurrenzdruck ausgesetzt, die einzelnen Beteiligungen natürlich schon. Auch wenn das Geschäftsmodell sehr langfristig ausgelegt ist, gibt es momentan aufgrund der weltweiten Coronakrise sehr hohe Geschäftsrisiken für Aurelius. Grundsätzlich kann das Geschäftsmodell wenig skaliert werden. Jedoch kann mit zunehmendem Wachstum das Management immer größere Akquisitionen stemmen. Mit jeder weiteren Übernahme steigt das interne Know How, welches zukünftig genutzt werden kann.

Aus all den oben beschriebenen Fakten und der Berücksichtigung einer angemessenen Sicherheitsmarge leiten wir ein zukünftiges jährliches Wachstum von Aurelius in Höhe von 2% ab.



Vermögen und Schulden

Aurelius hat ein Gesamtvermögen von 2,5 Mrd. EUR, die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 2,1 Mrd. EUR. Das ergibt ein Nettovermögen 428 Millionen EUR. Dem gegenüber steht eine aktuelle Marktkapitalisierung in Höhe von etwa 403 Millionen. EUR. Somit ist das Nettovermögen aktuell höher als die Marktkapitalisierung.

Das Verhältnis Zinsaufwand zum Gewinn aus 2019 beträgt 0.26. Das bedeutet, die Aufwände für Zinsen belasten den Gewinn nicht. Diese Kennzahl ist sehr gut.

Die langfristige 10 Jahres Eigenkapitalrendite liegt bei 20.59 %, dies wird als gut eingestuft.

Goodwill/ Badwill

Bei unseren Analysen spielt normalerweise die Kennzahl des Goodwills eine große Rolle. Sollte es zu überteuerte Unternehmensübernahmen kommen, kann es zu einer Aufblähung der Bilanz kommen und es besteht die Gefahr der außerordentlichen Abschreibung eines Einmalbetrages.

Dieses Szenario spielt bei Aurelius aufgrund des Geschäftsmodells eine eher untergeordnete Rolle. Der Anteil des immateriellen Vermögens inclusive des Goodwills am Gesamtvermögen beträgt 6,73 %, es besteht nur eine geringe Gefahr für außerordentliche Abschreibungen.

Von entscheidender Bedeutung ist bei Aurelius das Gegenteil des Goodwills, nämlich der Badwill oder die Bargain Purchase. Dabei handelt es sich um Erträge aus der Auflösung negativer Unterschiedsbeträge aus der Kapitalkonsolidierung bei der Übernahme der Unternehmen. Wenn das Management ein Unternehmen unter dem berechneten Buchwert kauft, wird die Differenz von Kaufpreis und Buchwert direkt in der Bilanz als Gewinn ausgewiesen. Für die Analyse genutzt werden kann die Bargain Purchase nicht, da Aurelius keine Angaben zur Höhe bei Unternehmensübernahmen veröffentlicht. Ideal ist es, wenn die Bargain Purchase direkt bei der Unternehmensübernahme vereinnahmt wird, denn sobald die operative Performance der Unternehmen steigt, so führt dies zu geringeren buchbaren Erträgen aus der Auflösung negativer Unterschiedsbeträge.

Bewertung Dividendenkennzahlen

Die Dividende setzt sich bei Aurelius aus zwei Komponenten zusammen. Zum einen ist dies die Basisdividende und zum anderen die Partizipationsdividende, die abhängig ist von den Unternehmensverkäufen und der Realisierung der Bargain Purchase.

Das Unternehmen hat aufgrund der Gefahren aus der Corona Krise die Dividende für 2020 komplett gestrichen. Damit fällt leider einer der wichtigsten Investitionsgründe in die Aurelius Aktie weg. Auf der anderen Seite ist es absolut verständlich, dass in diesen Zeiten das Geld in der Firma belassen werden sollte.

Die Ausschüttungsquote des Gewinns aus den Jahren 2010 bis 2019 beträgt 72 %. Dieser Wert wird als zu hoch eingeschätzt.

Aktuell hat Aurelius ein aktives Aktienrückkaufprogramm. Hier handelt das Management absolut vorbildlich und im Sinne der Aktionäre. Sie haben die Rückkaufprogramme der letzten Jahre immer dann aufgelegt, wenn eine offensichtliche Unterbewertung der Anteile vorgelegen hat. So konnten mehr Anteile für das vorgegebene Budget gekauft werden. Durch die so vorgenommene Kapitalherabsetzung wird der Gewinn auf weniger Aktionäre verteilt und die Eigenkapitalrendite erhöht.

Seit der Gründung im Jahr 2006 hat Aurelius Dividenden in Höhe von 600 Millionen Euro ausgeschüttet und 200 Millionen Euro in Aktienrückkäufe investiert.

Bewertung Fundamentalanalyse

Das Unternehmen ist fundamental gut aufgestellt.

Preisanalyse

Der zur Berechnung genutzte durchschnittliche Gewinn pro Aktie aus den Jahren 2014- 2019 beträgt 2.97 EUR . Das daraus resultierende Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) beträgt 4.57. Bezogen auf ein geschätztes jährliches Wachstum von 2 % ist das Verhältnis KGV zu Wachstum (PEG) 2.75. Diese Kennzahl wird als hoch eingestuft, was negativ einzuordnen ist. Zurückzuführen ist das auf das geringe geschätze zukünftige Wachstum.

Der zur Berechnung genutzte durchschnittliche freie Cashflow pro Aktie aus den Jahren 2014- 2019 beträgt 3.18 EUR. Das daraus resultierende Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) beträgt 4.27. Bezogen auf ein geschätztes jährliches Wachstum von 2 % ist das Verhältnis KCV zu Wachstum 2.57.Auch diese Kennzahl wird als hoch eingestuft, was negativ einzuordnen ist. Zurückzuführen ist das auf das geringe geschätze zukünftige Wachstum.

Der Kurs liegt aktuell 70 % unter dem 52-Wochen-Hoch.

(alle Berechnungen zum Kurs per 15.05.2020)

Bewertung Preisanalyse

Der Preis der Unternehmensanteile wird aufgrund klassischer Kennzahlen als fair bewertet eingeschätzt.


Inspiration für erfolgreiche Zukunft


Innerer Wert ex Dividende nach Discounted Cashflow Verfahren

Zur Bestimmung des inneren Wertes nutzen wir bei Aurelius den aktuellen Net Asset Value. Daher müsste die Berechnung eigentlich Discounted Net Asset Value Verfahren heissen. Aufgrund der bereits beschriebenen Bilanzierungspraxis wird dem zur Berechnung genutzten Net Asset Value 20 % als Sicherheitsmarge abgezogen. Dem wird das erwartete Wachstum pro Jahr addiert.

Trotz der guten Fundamentaldaten rechnen wir mit einem Anlagehorizont bis zum Jahr 2025. Diesen Wert haben wir aufgrund der aktuellen volkswirtschaftlichen Gefahren verkürzt. Dies ist als eine zusätzliche Sicherheitsmarge anzusehen. Es wird ein innerer Wert von 28.78 EUR errechnet. Dieser Wert liegt 52.86 % unter dem aktuellen Wert per 15.05.2020.

Bewertung innerer Wert

Der innere Wert pro Aktie liegt über dem aktuellen Börsenkurs der Anteile  

Gesamtanalyse

Risiken

Die grössten Risiken für Aurelius bestehen im Moment wegen der Corona- Krise und dem Schrumpfen der weltweiten Volkswirtschaften. Es ist zu bedenken, dass Aurelius in Unternehmen in Sondersituationen investiert. Im Laufe des Jahres 2020 ist von weiteren Anpassungen des Net Asset Values nach unten auszugehen. Vorallem die Unternehmen aus dem Sektor Retail & Consumer Products sind im Lockdown besonders gefährdet. Im schlimmsten Fall kommt es im Aurelius Portfolio zu Insolvenzen und das investierte Kapital muss komplett abgeschrieben werden.

Weiterhin werden in diesem wirtschaftlichen Umfeld Unternehmens- Veräusserungen nicht oder nur mit hohen Abschlägen möglich sein. Hier ist die Geduld der Anleger gefragt, bis sich die wirtschaftliche Situation wieder beruhigt hat. Die Aktien sind nur für absolute Langfristanleger geeignet. Die Aktie von Aurelius hat eine hohe Volatilität. Es kann zu hohen Schwankungen im Aktienkurs kommen, was zum Teil der (noch) geringen Marktkapitalisierung zuzuschreiben ist, aber auch der nicht immer gleich wachsenden Gewinnen in Jahren ohne grosse Verkäufe wie zum Beispiel im Jahr 2018. Auch bei einer erneuten Shortattacke wird es zumindest kurzfristig zu einem Kurseinbruch kommen, ganz einfach weil die Anleger irrational handeln.

Weitere Risiken bestehen aus unserer Sicht aus dem Abgang von Wissen im Management. Die Kontakte und die mit jeder Übernahme wachsende Erfahrung der Manager sind essenziell für den Geschäftsverlauf des Unternehmens. Fehler bei der Übernahme von neuen Unternehmen und deren potenzielle Insolvenz hätte negative Auswirkungen auf die Zukunft des Unternehmens. Auch mögliche Fehlbewertungen der Unternehmen in der Bilanz im Fair Value- Ansatz (Discounted Cashflow Verfahren) oder falsch verbuchte Gewinne aus der Bargain Purchase sind als Risiken zu bewerten.

All den aufgeführten Risiken tragen wir Rechnung, in dem wir bei den Berechnungen mehrere Sicherheitsmargen einrechnen.

Chancen

Die aktuelle wirtschaftliche Situation bietet für das Geschäftsmodell von Aurelius grosse Chancen. In Zeiten der Rezession wird es hervorragende Kaufgelegenheiten von Unternehmen in Sondersituationen geben. Auch der Brexit bietet hier enorme Möglichkeiten. Mit liquiden Mittel in Höhe von mehr als 400 Millionen EUR ist Aurelius gut gerüstet, um einige Schnäppchen einzusammeln.

Solange die weiter oben beschriebenen Wettbewerbsvorteile im Unternehmen gehalten und immer weiterentwickelt werden, wird das Geschäftsmodell von Aurelius von Erfolg gekrönt sein und durch weiteres Wachstum können immer grössere Übernahmen getätigt werden. Wenn sich das wirtschaftliche Umfeld wieder erholt hat, wird es auch weiterhin Möglichkeiten für Rekordverkäufe geben. Dann werden wir Anleger auch wieder an Veräusserungsgeschäften in Form von Dividenden und Aktienrückkäufen partizipieren.

Als besonders positiv wird das Verhältnis des Nettovermögens zur aktuellen Marktkapitalisierung angesehen. Das Nettovermögen von Aurelius ist mit 428 Millionen Euro höher als die aktuelle Marktkapitalisierung in Höhe von 403 Millionen Euro. Dies deutet auf eine Unterbewertung der Aurelius Anteile hin.

Da der aktuelle Kurs mehr als 50 % unterhalb des inneren Wertes und somit unter dem fairen Wert des Unternehmens liegt, können die Anteile von Aurelius derzeit mit einem beachtlichen Abschlag erworben werden. Die Aktien sind mit einem sehr hohen Risiko behaftet, und im Falle von Aurelius sollte man die alte Börsenregel im Kopf behalten, die besagt, dass der Markt manchmal länger irrational sein kann, als man selbst solvent.

Der Anteil von Aurelius am Bolesch Beteiligungsportfolio beträgt aktuell 5 %. Wir planen in der jetzigen Marktphase keine weiteren Zukäufe.


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Quellen

Alle verwendeten Daten für die Fundamentalanalyse stammen von Aurelius und können in den Geschäftsberichten auf der Investor Relations Website von Aurelius eingesehen werden.

Offenlegung

Der Autor hält Aktien von Aurelius Equity Opportunities

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