Jahresrückblick 2020

Veröffentlicht am 30.12.2020

Jahresrückblick 2020

In unserem Jahresrückblick möchten wir die in 2020 getroffenen Investmententscheidungen für das Bolesch Beteiligungsportfolio reflektieren. Das abgelaufene Jahr war mit einer Jahresperformance in Höhe von 29 % sehr erfolgreich. Der Vergleichsindex MSCI World in CHF hat in diesem Zeitraum etwa 10 % Rendite erwirtschaftet. Wir fakturieren in CHF und vergleichen uns aus diesem Grund mit einem thesaurierenden ETF MSCI World abgesichert in CHF. Im Jahr 2019 lag die Jahresperformance bei 25 %.

Schwarzer Schwan COVID-19

Das Jahr 2020 wird uns allen wegen COVID-19 und den über 1.7 Millionen verstorbenen Menschen in Erinnerung bleiben. Für die Börsen und auch für uns war die Pandemie ein schwarzer Schwan. Dabei handelte es sich um ein sehr schwer vorhersehbares Ereignis, das weitreichende und negative Konsequenzen für betroffene Unternehmen hat. Im März kam es zum Einbruch an den Börsen und der MSCI World verlor knapp 30 %. Das Bolesch Beteiligungsportfolio verzeichnete in der gleichen Zeit Buchverluste von etwa einem Viertel seines Wertes. Während dieser Zeit haben wir uns nicht von der Panik am Markt anstecken lassen und keine Verkäufe vorgenommen. Ganz im Gegenteil.

Zukäufe, Buffett Indikator und PEG

Am 20. März 2020 schrieben wir in unserem Blogbeitrag „Investieren in der Krise“ über die Angst und die Panik an den Märkten. Wir notierten, „wir befinden uns nun wieder in einer Zeit, in der Value Investoren hervorragende Unternehmensanteile zu einem angemessenen Preis kaufen können“.

Wir haben die Möglichkeit genutzt, um Unternehmensanteile der aus Value Sicht notorisch überbewerteten US-Tech-Giganten aufzubauen. Wir haben im März 2020 Anteile von Apple und Amazon gekauft.

Bolesch Beteiligungsportfolio per 30.12.2020

Neben vielen anderer Indikatoren nutzen wir den Buffett Indikator. Bei diesem Indikator wird die Marktkapitalisierung aller börsennotierten Unternehmen eines Landes ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt. Hat der Indikator einen Wert von 1, so wird das Marktniveau als angemessen bezeichnet. Liegt der Wert oberhalb von 1, so wird der Markt als überbewertet eingeschätzt. 

Uns ist bewusst, dass in Zeiten von Niedrigzinsen und Geldschwemme durch Konjunkturpakete der Buffett Indikator so nicht angewendet werden kann. Für unsere Berechnungen haben wir den Indikator angepasst. Wir sehen vor allem bei US- Papieren ein Wert von 1 als günstige Kaufgelegenheit.

Im März 2020 zeigte der Buffett- Indikator für den US- Markt einen Wert von 1.0 an.

Das Gleiche gilt auch für die PEG- Ratio (Price-Earning to Growth-Ratio, Deutsch: Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis). Bei der PEG Ratio wird das KGV ins Verhältnis zum erwarteten Gewinnwachstum gesetzt. Klassisch wird ebenso wie beim Buffett- Indikator ein Wert von 1 als fair bewertet angenommen. Auch diese Kennzahl kann in der jetzigen Situation kaum angewendet werden. Zur Berechnung eines fairen PEG schliessen wir andere Indikatoren in die Berechnung mit ein. Dazu gehören die Nachhaltigkeit des Wachstums, die Wettbewerbsvorteile und die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells sowie Länder- und Währungsrisiken. Für hervorragende Unternehmen mit sehr gutem Management und nachhaltigen Geschäftsmodellen sind wir bereit, ein höheres PEG und somit einen höheren Kaufpreis zu akzeptieren.

Zurück im Rallye Modus

Dem schnellsten Crash aller Zeiten folgte aufgrund dem schnellen Eingreifen der Notenbanken und Regierungen ein rasanter Wiederanstieg der Börsen. Im Sommer konnten wir entspannt der Rallye an den Märkten zuschauen, wir waren nahezu voll investiert. Der Aktienkurs von Apple ist seit unserem Kauf um 90 % und der Kurs von Amazon um 68 % gestiegen. Im September 2020 haben wir noch Anteile von Alphabet gekauft. Vielerorts wird seit dem Frühjahr von einer Tech-Rallye gesprochen. Aber auch der Grossteil unserer Substanzwerte ist im Jahr 2020 sehr gut gelaufen. Hier sei zum Beispiel Stora Enso genannt, mit einem Anstieg von 21 % seit Jahresbeginn.

Es gab auch Verlierer in unserem Portfolio. Grösster Verlierer des Jahres waren die Anteilsscheine von Aurelius Equity Opportunity. Der Jahresverlust betrug -55 %. Der Markt schätzt das Geschäftsmodell der Private Equity Firma in Krisenzeiten als sehr anfällig ein. Die Aktien sind mit einem sehr hohen Risiko behaftet. Wir glauben allerdings an das Geschäftsmodell und halten an unserem Investment fest.

Auch wir hatten den schwarzen Schwan Corona nicht kommen sehen und haben kurz vor der Krise Aena gekauft. Der spanische Flughafenbetreiber ist durch Corona sehr gebeutelt. Die Papiere hätten wir ein paar Wochen später 40 % billiger bekommen können.

Performance pro Beteiligung 2020

Jahresperformance oder seit Kauf in 2020

Depotallokation auf Länderbasis

Die Depotallokation ist auf Länderbasis ausgeglichen und auf einem guten Niveau. Wachstum sehen wir weiterhin in China und Asien. Wir gehen davon aus, dass China die letzten Monate nutzen konnte, wirtschaftlich weiter aufzusteigen. Die Chancen, dass die wirtschaftliche Zukunft Asien und China gehört, ist durch die Pandemie weiter gestiegen. Der chinesische Präsident Xi sieht die gegenwärtige Situation als Möglichkeit, um seinen weltweiten Einfluss auszubauen. Kürzlich sagte er: «Die grossen Schritte in der Geschichte wurden alle nach grossen Katastrophen gemacht.»

Der Anteil der chinesischen Wertpapieren am Bolesch Beteiligungsportfolio beträgt derzeit 9.2 %. Inklusive der Emerging Markets beträgt der Anteil 16 %. Bei sich bietenden Möglichkeiten werden wir weiter aufstocken.

Länderallokation per 30.12.2020



Aktuelle Situation

Das Jahr 2020 hat dem Megatrend Digitalisierung einen gewaltigen Schub nach vorne gegeben. Dies wurde in den aktuellen Aktienkursen bereits vorweggenommen. Corona ist bei weitem noch nicht besiegt. Wir befinden uns mitten im 2. oder 3. Lockdown und auch die Impfungen werden das so schnell nicht ändern. Das wird die Unternehmensergebnisse in 2021 belasten und kollidiert irgendwann mit den hohen Aktienkursen.

Momentan gibt es einige Anzeichen am Markt, dass die Stimmung zu positiv ist. Wir lesen wieder vermehrt, dass Experten „in die steigenden Märkte investieren“.  Niemand rechnet mit fallenden Kursen und Risiken werden ausgeblendet. Auch scheinen allerorts Depotabsicherungen aufgelöst und Liquidität gesenkt worden zu sein. Wir sehen einen Hype bei Kryptowährungen und unrealistische Bewertungen bei Neu- Emissionen. SPAC- Anlage-Vehikel (Special-purpose acquisition company) boomen. Dabei investieren Anleger in leere Mantelgesellschaften, die über einen Börsengang Geld einsammeln und damit zu einem späteren Zeitpunkt ein vorher nicht bestimmtes Unternehmen übernehmen. Das Investoren aus freien Stücken die Katze im Sack kaufen, zeigt, dass Risiken ausgeblendet werden.

Bis in den Dezember 2020 waren wir nahezu voll investiert. Aufgrund der ansteigenden Risiken haben wir die Cashquote auf 11% erhöht und die Investments in zyklische Werte etwas zurückgefahren.

Ausblick

Langfristige Investments in hervorragende Unternehmen werden auch in Zukunft eine bessere und stressfreiere Rendite einbringen als alle anderen Anlageklassen. Solange die Zinsen niedrig bleiben, sind Aktien alternativlos. Das grösste Risiko für niedrige Zinsen ist eine ansteigende Inflation. Die weltweite Geldmenge für Inflation ist vorhanden. Allerdings braucht es auch noch höhere Konsumausgaben durch ansteigende Löhne. Das Ansteigen der Löhne wird jedoch durch die weiter voranschreitende Digitalisierung und Globalisierung verhindert. Daher sehen wir in naher Zukunft keine Anzeichen für Inflation und steigende Zinsen.

Bei sich bietenden Gelegenheiten werden wir die Cashquote wieder senken und Anteile von hervorragenden Unternehmen kaufen.  

Wir sind überzeugt, dass unsere aktuelle Investitionen in Zukunft als Gewinner dastehen werden und wir haben für 2021 ein paar Investitions- Überraschungen parat.

Wir erwarten und freuen uns auf das Unbekannte- oder das Gegenteil. In diesem Sinne, viel Erfolg und Gesundheit im neuen Jahr 2021.

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Bei Bolesch Analysen sind wir immer auf der Suche nach den besten Investmentchancen. Wir haben einen fokussierten Anlagestil basierend auf dem klassischen Prinzip des Value Investing nach Benjamin Graham.

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Um die besten Investments zu identifizieren und dauerhaften Kapitalverlust zu vermeiden, unterziehen wir potenzielle Investments einem ausführlichen Selektionsprozess. Immer werden eine allgemeine Unternehmensbewertung, eine Fundamentalanalyse, eine Preisanalyse und eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Bei unseren Analysen wird der freie Cashflow als maßgebliche Kennzahl genutzt. Eine ausführliche Beschreibung unserer Prinzipien findest du hier. Der faire Wert des Unternehmens wird mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren und dem Umsatzverfahren ermittelt. Die Jahresdividende wird bei der Ermittlung des zukünftigen inneren Wertes herausgerechnet. Alle Kennzahlen sind, sofern nichts anderes angeben ist, selbst berechnet und werden den Jahresgeschäftsberichten der Unternehmen entnommen. Bei allen Kennzahlen und Schätzungen werden konservative Annahmen getroffen und eine Sicherheitsmarge eingerechnet. Zur Auswertung der Kennzahlen und Berechnung der Daten kommt die BAS (Bolesch Analyse Software) zum Einsatz. Die Software verknüpft Berechnungsmethoden des Risiko Managements mit den Regeln des Value Investing. Das Scoring System der BAS berechnet die Kennzahlen auf Basis des langfristigen freien Cashflows. Dadurch werden die wirklichen Stärken der analysierten Unternehmen identifiziert und die Qualität der daraus resultierenden Investments deutlich verbessert. Obwohl die Berechnung äußerst komplex ist, ist es unser Ziel die Analysen möglichst einfach und verständlich darzustellen.

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