Wer auf dem Börsenparkett erfolgreich sein will, der muss es weitgehend ignorieren

Im Rahmen des comdirect finanzblog award haben wir uns gerne bereit erklärt, einen Beitrag zum Thema „Dein Tipp zum Börsenstart – mit diesen drei Punkten gelingt der Start auf dem Parkett“ zu erstellen.

Als Anhänger des wertorientierten und fokussierten Investierens haben wir die nachfolgend beschriebenen Punkte identifiziert, die erfolgreiche Investoren auszeichnen und die auch für Anfänger leicht anzuwenden sind:

Punkt 1: Investieren statt spekulieren

Die meisten Anleger verbringen einen Großteil ihrer Zeit damit, Aktien- Kurse und Charts zu beobachten und aus den Daten den günstigsten Ein,- und Ausstiegszeitpunkt herauszulesen. Dabei wird der Aktienkurs zum wichtigsten Qualitätsmerkmal des Investments. Das eigentlich wichtige, die Unternehmen und ihre Produkte, spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle, geschweige denn Unternehmensbilanzen, die dabei gar keine Rolle spielen. Doch leider lassen sich mit diesem Vorgehen keine geeigneten Investments identifizieren, da der Aktienkurs nicht über die Qualität eines Investments entscheidet und die Kursentwicklungen aus der Vergangenheit sich nicht in die Zukunft übertragen lassen.

Der Markt funktioniert am erfolgreichsten für Anleger mit einem langfristigen Investmentfokus. Erfolgreiche Investoren orientieren sich nicht am Kurs einer Aktie, sondern am Wert eines Unternehmens. Sie konzentrieren sich auf die Unternehmen und nicht auf Aktienkurse. Eine langfristig überdurchschnittliche Performance wird nur erzielen können, wer sich auf hervorragende Unternehmen aus einer Zukunftsbranche konzentriert. In diesem Fall spielt die Zeit eine untergeordnete Rolle. Die Börse dient dabei als Mittel zum Zweck, um Anteile an einem Unternehmen zu kaufen.

Wer aufhört von kurzfristigen Impulsen und spekulativem Verhalten getrieben zu sein, hat nicht nur mehr Zeit zur Unternehmensanalyse, sondern wird durch den langfristigen Anlagehorizont ganz automatisch vom wunderbaren Effekt des Zinseszins profitieren.

Punkt 2: Das Risiko verstehen und beobachten

Wichtigste Regel bei Vermögensaufbau und Vermögenserhalt ist, dauerhaften Kapitalverlust zu vermeiden. Zuerst muss man Risiken erkennen, bevor man auf mögliche Renditen schaut.

Um das Risiko eines Unternehmens, einer Branche oder des Gesamtmarktes zu ermitteln gibt es eine ganze Reihe von Möglichkeiten. Ein sehr konjunkturabhängiges Unternehmen wird beispielsweise bei einem globalen Wirtschaftsabschwung stärker betroffen sein und dadurch stärkere Schwankungen im Gewinn- und Cashflow- Wachstum hinnehmen müssen als weniger konjunkturabhängige Firmen.

Einzelaktien haben ein höheres Risiko und können stärker schwanken als der Gesamtmarkt. Daher ist es sinnvoll das Risiko zu streuen und ein Portfolio aus verschiedenen Werten aus den verschiedensten Branchen zu erstellen.

Nur wer Risiken versteht und beobachtet, wird langfristig den Markt schlagen und Erfolg auf dem Börsenparkett haben. Um eine Krise am Aktienmarkt mit einem bestehenden Portfolio gut überstehen zu können ist es wichtig, immer auf erstklassige Unternehmen mit starkem freiem Cashflow und wenig Verschuldung zu setzen. Hat man diese Werte im Portfolio, dann kann man auch eine größere Korrektur aussitzen, weil sich die wirtschaftliche Situation für starke Unternehmen nicht so schnell ändern wird. Bei erstklassigen Firmen, die in einer Zukunftsbranche tätig sind, wird der Cashflow auch in Zeiten von Korrekturen am Gesamtmarkt stabil sein oder weiterwachsen. 

Es ist unabdingbar in Unternehmenswerte zu investieren, deren Produkte verständlich sind und deren Zukunftsaussichten überzeugen. Man sollte nur in Unternehmen investieren, bei denen man überzeugt ist, dass diese in 10 oder 20 Jahren noch existieren und einen höheren Unternehmenswert aufweisen als heute. Das sind Unternehmen, die ein Alleinstellungsmerkmal wie ein Monopol oder ein Konkurrenzvorsprung aufweisen.

Punkt 3: Antizyklisches Handeln

Wie bereits oben beschrieben, entwickeln sich Aktienkurse selten in vorausgesagten Zeitrahmen. Daher ist Geduld eine wichtige Tugend und es ist wichtig, die Nerven dann zu behalten, wenn andere Marktteilnehmer sie verlieren. Ein intelligenter Investor investiert dann in herausragende Unternehmen, wenn sie unter ihrem eigentlichen Wert notieren. Dies ist in Phasen des Pessimismus der Fall. Wenn in solchen Phasen auf den Märkten Panik ausbricht und der Großteil der Anleger nicht schnell genug verkaufen kann, dann werden auch gut aufgestellte Unternehmen mit dem Gesamtmarkt nach unten gezogen. Dann beginnt die Zeit für antizyklische Investoren, die dann hervorragende Unternehmensanteile zu einem angemessenen Preis kaufen können. Wenn der Herdentrieb, die kurzfristig denkenden Trader und die Charttechniker den Absturz immer weiter anheizen, dann kann es besonders schöne Momente geben, in denen es möglich ist, Unternehmensanteile zu einem Preis zu erwerben, der unter dem Nettovermögen des Unternehmens liegt. Das ist dann der Himmel für langfristig denkende Anleger. Denn nach einem solchen Kauf muss nur abgewartet werden bis sich die Marktlage beruhigt und sich die Kurse wieder an das echte Niveau angleichen. An der Börse ist rationales, kühles agieren der Schlüssel zum Erfolg, es ist wichtig, sich nicht von allgemeiner Panik anstecken zu lassen. Solange es unter den Menschen Angst und Gier gibt, solange wird es auch Übertreibungen und Untertreibungen an den Börsen geben.

Zusammenfassend kann gesagt werden, an der Börse wird Erfolg haben, wer kurzfristige Schwankungen auf dem Parkett ignoriert, seine Risiken im Portfolio kennt und nicht der Masse blindlings hinterherrennt.

Das könnte Dich auch interessieren:




Empfehle diese Seite deinen Freunden

Samsung Electronics- update August 2019

Die letzten Monate waren bei Samsung Electronics geprägt vom Galaxy-Fold-Desaster, dem Preisverfall bei Speicherchips, dem südkoreanischen politischen Konflikt mit Japan sowie dem Gewinnrückgang im 2. Halbjahr 2019.

Im Mai 2019 hat Samsung aufgrund des hohen Wettbewerbsdrucks das Galaxy Fold frühzeitig auf den Markt bringen wollen und hat das Produkt unzureichend getestet an ausgewählte Testnutzer gesendet. Als die  Benutzertests desaströs ausfielen,  wurde das Galaxy Fold Ende Mai wieder vom Markt zurückgerufen. Zu bemängeln bei diesem Vorgehen ist vor allem die Tendenz, ungetestete Produkte auf den Markt zu werfen und diese dann vom Kunden testen zu lassen. Auch wenn ein solches Marktverhalten heutzutage als normal bezeichnet werden kann, ist dies aus unserer Sicht ganz klar als schlechtes Zeichen für Samsung Electronics zu werten. Die Fehler am Galaxy Fold sind laut Samsung- Chef Dong Jin Koh inzwischen behoben und das Gerät soll nach einer ausführlichen Prüfungsphase im September 2019 auf den Markt kommen. Trotz des Debakels rund um das Galaxy Fold bleibt Samsung der grösste Smartphone- Hersteller der Welt. Seit nunmehr acht Jahren steht der Konzern an der Spitze des Marktes. Im zweiten Quartal dieses Jahres lag der weltweite Anteil von verkauften Smartphones bei 22,7 Prozent. Dahinter kommt der Konkurrent aus China, Huawei, mit einem Marktanteil von 17,6 Prozent vor Apple mit einem Marktanteil von 10,1 % (Quelle: Statista). Es ist davon auszugehen, dass Samsung mittelfristig von der Sanktionierung von Huawei durch die US Regierung profitieren kann. Da Smartphones sowohl von Huawei als auch von Samsung Android als Betriebssystem nutzen, sollte ein Wechsel zu Samsung für Huawei -Kunden keine grosse Herausforderung sein.

Im hochzyklischen Geschäft mit Speicherchips leidet Samsung an einer Übersättigung des Marktes. Nach Jahren des Booms fallen derzeit die Preise, wobei die Margen auch bei weiteren Preiseinbrüchen weiterhin akzeptabel bleiben. Schuld hieran ist die wirtschaftliche Abkühlung der Weltwirtschaft und der US- Chinesische Handelsstreit. Zum Beispiel ist Huawei ein grosser Abnehmer von Speicherchips, welcher, genau wie auch Apple, weniger Halbleiter abgenommen hat als geplant. Ebenfalls dämpfen die steigenden Zölle die Nachfrage nach Elektrogütern aus dem Geschäftsbereich Unterhaltungselektronik.

Samsung leidet nicht nur unter dem Handelsstreit, sondern auch alte südkoreanische Konflikte mit Japan belasten den Geschäftsverlauf. Ein Justizurteil aus Südkorea hat japanische Firmen zu Schadensersatz für Zwangsarbeiter aus dem Zweiten Weltkrieg verurteilt. Aus der Sicht Japans wurden aber alle Entschädigungsansprüche bereits abgegolten. Als Vergeltung für Konfiszierungen von Eigentum von betroffenen japanischen Firmen hat die Regierung in Tokio daraufhin den Export von Schlüsselmaterialien für die Display- und die Chipproduktion erschwert. Beide Länder haben sich von der weissen Liste der bevorzugten Handelspartner gestrichen. Sollte diese Auseinandersetzung zu einem Wirtschaftskrieg mutieren, dann könnten schwierige Zeiten auf Samsung Electronics zukommen.

Dies alles führt im zweiten Quartal 2019 zu einem Gewinneinbruch gegenüber dem Vorjahr um 56 Prozent. Im zweiten Quartal 2018 erzielte Samsung noch rund 11 Milliarden Euro Gewinn. Nun wird er bei 4,8 bis 5 Milliarden Euro liegen. Auch beim Umsatz gab es im zweiten Quartal einen Rückgang um etwa 4 % gegenüber dem Vorjahr. Auch wenn Samsung momentan in einem schwierigen Umfeld manövriert, ändert sich unser langfristiger Investmentfall nicht. Allerdings haben wir die erwartete Wachstumsprognose für zukünftige erwartete Cashflows und Gewinne nach unten korrigiert.

Wie Samsung Electronics fundamental aufgestellt ist und ob das Unternehmen momentan mit einem Abschlag zum inneren Wert erworben werden kann, erfährst du hier in der Detailanalyse



Das könnte Dich auch interessieren:


Empfehle diese Seite deinen Freunden

Unternehmensanalyse Aurelius Equity Opportunities

Die AURELIUS Equity Opportunities SE & Co. KGaA ist eine 2006 gegründete Kommanditgesellschaft auf Aktien mit Sitz in Grünwald bei München. Aurelius erwirbt Unternehmen in Sondersituationen wie zum Beispiel einer Insolvenz oder Unternehmensteile von großen Konzernen, die dort keine Zukunft mehr haben. Das Ziel ist, diese zu sanieren und zu einem höheren Preis am Markt zu platzieren.Wie Aurelius fundamental aufgestellt ist und ob das Unternehmen momentan mit einem Abschlag zum inneren Wert erworben werden kann, erfährst du hier in der Detailanalyse.



Das könnte Dich auch interessieren:



Empfehle diese Seite deinen Freunden

Update Unternehmensanalyse Stora Enso Oyj

Update der Unternehmensanalyse mit Kauf/ Verkaufsmeldung. Der finnisch-schwedische Konzern Stora Enso ist einer der weltgrößten Holzverarbeiter und stellt Verpackungsmittel, Biomaterialien, Holzkonstruktionen und Papier her. Wie Stora Enso fundamental aufgestellt ist und ob das Unternehmen momentan mit einem Abschlag zum inneren Wert erworben werden kann, erfährst du hier in der Detailanalyse.
Details zu Käufen/Verkäufen am Ende der Unternehmensanalyse.



Das könnte Dich auch interessieren:





Empfehle diese Seite deinen Freunden

Update Unternehmensanalyse BHP Group

Update der Unternehmensanalyse mit Kauf/ Verkaufsmeldung. BHP Group ist ein australisch-britischer Rohstoffkonzern mit Sitz in Melbourne und London. BHP ist Weltmarktführer in der Montanindustrie. Wie BHP fundamental aufgestellt ist und ob das Unternehmen momentan mit einem Abschlag zum inneren Wert erworben werden kann, erfährst du hier in der Detailanalyse.

Details zu Käufen/Verkäufen am Ende der Unternehmensanalyse.



Das könnte Dich auch interessieren:




Detail- Übersicht der Analysen

Empfehle diese Seite deinen Freunden

Länderanalyse China- Initiative Neue Seidenstrasse

Nachdem wir uns in Teil 1 und Teil 2 unserer China Serie mit den Fundamentaldaten und der Initiative Made in China 2025 gewidmet haben, wenden wir uns in diesem Beitrag dem Projekt der Neuen Seidenstraße zu.

Das Projekt One Belt, One Road ist eine im September 2013 vorgestellte und langfristig angelegte Initiative und bedeutende Entwicklungsstrategie der chinesischen Regierung für den Ausbau der Land- und Seeverbindungen zwischen Asien, Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Es sollen neue Wirtschaftskooperationen in diesen Regionen aufgebaut und bestehende Partnerschaften gestärkt werden. Die Initiative bezieht sich auf den geografischen Raum des historischen, bereits in der Antike genutzten internationalen Handelskorridors „Seidenstraße“. Die Initiative lässt sich auf höchstem Level in zwei Kategorien unterscheiden, dem nördlich gelegenen Silk Road Economic Belt zu Land und dem südlich gelegenen Seeweg namens Maritime Silk Road. Das Gesamtprojekt umfasst nach Schätzungen mehr als 60 % der Weltbevölkerung und ca. 35 % der Weltwirtschaft. Die Finanzierung erfolgt  über den „Seidenstraßen-Fonds“ und die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). Das Gesamtvolumen wird auf mehr als eine Billion US-Dollar geschätzt.

Silk Road Economic Belt

Die Führung in Peking hat erkannt, dass China neue und bessere Handelsrouten benötigt, wenn sie nachhaltig zu den großen Wirtschaftsmächten gehören will. In Zentralasien, wo weite Teile der Transportinfrastruktur marode sind, werden Bahnlinien und Straßen gebaut und modernisiert, um einen Landweg von verschiedenen Bereichen Chinas nach Mittel- und Westeuropa zu schaffen. Der Silk Road Economic Belt umfasst den Bau von Straßen, die Erschließung neuer Eisenbahnstrecken, den Ausbau von Häfen und Staudämmen sowie auch die Errichtung von Telekommunikations-Infrastruktur. Dies ist eine Bedingung für die Vernetzung von zukünftig investierenden Unternehmen. Die erste kommerzielle Güterzug- Verbindung nach Europa ist der Trans-Eurasia-Express, wo mehrere Zielbahnhöfe von Zentral- und Ost- China über drei Routen angebunden werden. Eine der Routen führt von Nordostchina über Russland nach Europa, eine weitere Route führt über die Mongolei, und die dritte über Kasachstan. Die Stadt Khorgos an der chinesischen Grenze zu Kasachstan wurde im Rahmen der Initiative zu einem internationalen Logistik- und Handelsknotenpunkt ausgebaut. An dem dort errichteten Containerterminal können heute ca. 100.000 Container im Jahr verladen werden. Langfristig soll die Zahl auf 500.000 steigen. Dort werden die Container ein erstes Mal wegen der unterschiedlichen Spurweiten umgesetzt. An der weißrussischen Grenze zu Polen werden die Container ein zweites Mal umgeladen. Während noch im Jahr 2012 die Züge oft leer nach China zurückfuhren, transportieren sie heute nicht selten Luxusgüter von Europa nach Asien. Auf den neuen Bahnverbindungen sind die Waren nur halb so lange unterwegs als auf dem Seeweg. Allerdings zeigt das Umladen wegen der unterschiedlichen Spurbreiten auch die noch vorhandenen Schwierigkeiten. Weiterhin gilt der China-Pakistan Economic Corridor als wegweisend für die chinesischen Zukunftspläne. Das Großprojekt im Wert von mehr als 60 Milliarden USD verbindet die gemeinsame Grenze im Himalaya mit der pakistanischen Hafenstadt Gwadar am Arabischen Meer. Über die Hafenstadt am Persischen Golf kann China Erdöl und andere Rohstoffe aus Arabien und Afrika über den Landweg importieren. Damit wird die mehrmonatige Fahrt über den Seeweg eingespart.

Maritime Silk Road

Bei der maritimen Seidenstraße, auf der schon heute mehr als die Hälfte des weltweiten Container-Aufkommens bewegt wird, werden Tiefwasserhäfen ausgebaut, logistische Knotenpunkte errichtet und insbesondere neue Verkehrswege ins chinesische Hinterland geschaffen. Die Seehandelsroute führt momentan durch das Südchinesische Meer, den indischen Ozean nach Ostafrika, Richtung Norden durch das Rotes Meer bis ins Mittelmeer nach Italien. Italien hat sich kürzlich als erstes EU Land der chinesischen Initiative angeschlossen. Das stark verschuldete Land erhofft sich dadurch einen Anschub der italienischen Wirtschaft. Das ist aber ein gefährlicher Trugschluss, in Wirklichkeit begibt sich die kurzfristig denkende italienische Regierung in eine gefährliche Abhängigkeit von China. Bisher wichtigster europäischer Hafen ist Piräus in Griechenland. Dieser Hafen wird von der China Ocean Shipping Company (Cosco) kontrolliert. Auch in den Nadelöhren der weltweiten Schifffahrt wie der Straße von Malakka oder dem Suez Kanal ist China größter Investor. Cosco kontrolliert unter anderem Fährhafen, Jachthäfen, Terminals für Kreuzfahrtschiffe und Werften. In den geostrategisch immer mehr an Bedeutung gewinnenden Gebieten im indischen Ozean versteht China es besser als jedes andere Land, die Kräfteverhältnisse zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Peking hat zielstrebig in zahlreichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans in strategische Infrastruktur investiert und Kredite im Wert von 500 Milliarden USD bereitgestellt. China ist mittlerweile größter Gläubiger von Sri Lanka, den Malediven und Bangladesch.

In Ostafrika verschafft sich Peking mit Investitionen den Zugang zu dringend benötigten Rohstoffen. Hier befindet sich auch der erste ausländische Militärstützpunkt Chinas, in Djibouti, direkt an der Zufahrt zum Roten Meer. China rüstet nicht nur das Chinesische Meer massiv auf, auch gehen die Bestrebungen in Richtung Sri Lanka oder Gwadar in Pakistan. Durch die immense Verschuldung dieser Länder und die dadurch entstandenen Abhängigkeiten werden diese sich dem Diktat aus Peking kaum entziehen können. Ebenfalls stellt China die Bedingung, dass bei den ausgeführten Bauprojekten immer chinesische Firmen den Vorrang erhalten. Somit kommen einheimische Unternehmen nur sehr beschränkt zum Zug, denn sowohl das Baumaterial als auch die Arbeiter kommen aus China. Ein echtes Interesse an der Entwicklung der entsprechenden Gebiete hat die chinesische Regierung nicht.  Im Vordergrund stehen eigene Interessen und chinesische Firmen. Internationale, wirtschaftliche und militärische Abkommen werden dabei schlichtweg ignoriert. Das China dabei grosse Gefahren eingeht ist offensichtlich und das hat mittlerweile auch die Regierung erkannt. Offizielle Stellen sind besorgt über die internationalen wirtschaftlichen Gefahren und sehen Finanzierungprobleme bei Ländern und Unternehmen. Einen schlechten Ruf bei den Kontrolleuren aus Peking haben inzwischen viele Projekte in Afrika mit hoch verschuldeten Regierungen, die ihre Verpflichtungen oft nicht einhalten. Dies und weitere Gefahren wie verminderte Wachstumsaussichten, wachsende Inlandsschulden und der Handelskrieg mit den USA könnten zu einer deutlichen Reduzierung der Seidenstraßen-Projekte führen.

Die chinesischen Initiativen als Erfolgsmodell zu bewerten, wäre auf jeden Fall verfrüht. Man kann sie aber als Prototyp für die Globalisierung ansehen. Chinesische Unternehmen werden zukünftig die internationalen Märkte stark beeinflussen und zu ernstzunehmenden Konkurrenten werden.

Eine ausführliche Analyse des Aktienmarktes und des Aktien-ETF „MSCI China A UCITS“ haben wir in Teil eins unserer Serie „Länderanalyse China- Fundamentalanalyse“ vorgenommen.

Hier geht unsere China Serie weiter:



Das könnte Dich auch interessieren:




Unsere aktuellen Analysen und Beiträge

Empfehle diese Seite deinen Freunden