Update Unternehmensanalyse Stora Enso Oyj

Update der Unternehmensanalyse mit Kauf/ Verkaufsmeldung. Der finnisch-schwedische Konzern Stora Enso ist einer der weltgrößten Holzverarbeiter und stellt Verpackungsmittel, Biomaterialien, Holzkonstruktionen und Papier her. Wie Stora Enso fundamental aufgestellt ist und ob das Unternehmen momentan mit einem Abschlag zum inneren Wert erworben werden kann, erfährst du hier in der Detailanalyse.
Details zu Käufen/Verkäufen am Ende der Unternehmensanalyse.



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Update Unternehmensanalyse BHP Group

Update der Unternehmensanalyse mit Kauf/ Verkaufsmeldung. BHP Group ist ein australisch-britischer Rohstoffkonzern mit Sitz in Melbourne und London. BHP ist Weltmarktführer in der Montanindustrie. Wie BHP fundamental aufgestellt ist und ob das Unternehmen momentan mit einem Abschlag zum inneren Wert erworben werden kann, erfährst du hier in der Detailanalyse.

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Detail- Übersicht der Analysen

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Länderanalyse China- Initiative Neue Seidenstrasse

Nachdem wir uns in Teil 1 und Teil 2 unserer China Serie mit den Fundamentaldaten und der Initiative Made in China 2025 gewidmet haben, wenden wir uns in diesem Beitrag dem Projekt der Neuen Seidenstraße zu.

Das Projekt One Belt, One Road ist eine im September 2013 vorgestellte und langfristig angelegte Initiative und bedeutende Entwicklungsstrategie der chinesischen Regierung für den Ausbau der Land- und Seeverbindungen zwischen Asien, Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Es sollen neue Wirtschaftskooperationen in diesen Regionen aufgebaut und bestehende Partnerschaften gestärkt werden. Die Initiative bezieht sich auf den geografischen Raum des historischen, bereits in der Antike genutzten internationalen Handelskorridors „Seidenstraße“. Die Initiative lässt sich auf höchstem Level in zwei Kategorien unterscheiden, dem nördlich gelegenen Silk Road Economic Belt zu Land und dem südlich gelegenen Seeweg namens Maritime Silk Road. Das Gesamtprojekt umfasst nach Schätzungen mehr als 60 % der Weltbevölkerung und ca. 35 % der Weltwirtschaft. Die Finanzierung erfolgt  über den „Seidenstraßen-Fonds“ und die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank (AIIB). Das Gesamtvolumen wird auf mehr als eine Billion US-Dollar geschätzt.

Silk Road Economic Belt

Die Führung in Peking hat erkannt, dass China neue und bessere Handelsrouten benötigt, wenn sie nachhaltig zu den großen Wirtschaftsmächten gehören will. In Zentralasien, wo weite Teile der Transportinfrastruktur marode sind, werden Bahnlinien und Straßen gebaut und modernisiert, um einen Landweg von verschiedenen Bereichen Chinas nach Mittel- und Westeuropa zu schaffen. Der Silk Road Economic Belt umfasst den Bau von Straßen, die Erschließung neuer Eisenbahnstrecken, den Ausbau von Häfen und Staudämmen sowie auch die Errichtung von Telekommunikations-Infrastruktur. Dies ist eine Bedingung für die Vernetzung von zukünftig investierenden Unternehmen. Die erste kommerzielle Güterzug- Verbindung nach Europa ist der Trans-Eurasia-Express, wo mehrere Zielbahnhöfe von Zentral- und Ost- China über drei Routen angebunden werden. Eine der Routen führt von Nordostchina über Russland nach Europa, eine weitere Route führt über die Mongolei, und die dritte über Kasachstan. Die Stadt Khorgos an der chinesischen Grenze zu Kasachstan wurde im Rahmen der Initiative zu einem internationalen Logistik- und Handelsknotenpunkt ausgebaut. An dem dort errichteten Containerterminal können heute ca. 100.000 Container im Jahr verladen werden. Langfristig soll die Zahl auf 500.000 steigen. Dort werden die Container ein erstes Mal wegen der unterschiedlichen Spurweiten umgesetzt. An der weißrussischen Grenze zu Polen werden die Container ein zweites Mal umgeladen. Während noch im Jahr 2012 die Züge oft leer nach China zurückfuhren, transportieren sie heute nicht selten Luxusgüter von Europa nach Asien. Auf den neuen Bahnverbindungen sind die Waren nur halb so lange unterwegs als auf dem Seeweg. Allerdings zeigt das Umladen wegen der unterschiedlichen Spurbreiten auch die noch vorhandenen Schwierigkeiten. Weiterhin gilt der China-Pakistan Economic Corridor als wegweisend für die chinesischen Zukunftspläne. Das Großprojekt im Wert von mehr als 60 Milliarden USD verbindet die gemeinsame Grenze im Himalaya mit der pakistanischen Hafenstadt Gwadar am Arabischen Meer. Über die Hafenstadt am Persischen Golf kann China Erdöl und andere Rohstoffe aus Arabien und Afrika über den Landweg importieren. Damit wird die mehrmonatige Fahrt über den Seeweg eingespart.

Maritime Silk Road

Bei der maritimen Seidenstraße, auf der schon heute mehr als die Hälfte des weltweiten Container-Aufkommens bewegt wird, werden Tiefwasserhäfen ausgebaut, logistische Knotenpunkte errichtet und insbesondere neue Verkehrswege ins chinesische Hinterland geschaffen. Die Seehandelsroute führt momentan durch das Südchinesische Meer, den indischen Ozean nach Ostafrika, Richtung Norden durch das Rotes Meer bis ins Mittelmeer nach Italien. Italien hat sich kürzlich als erstes EU Land der chinesischen Initiative angeschlossen. Das stark verschuldete Land erhofft sich dadurch einen Anschub der italienischen Wirtschaft. Das ist aber ein gefährlicher Trugschluss, in Wirklichkeit begibt sich die kurzfristig denkende italienische Regierung in eine gefährliche Abhängigkeit von China. Bisher wichtigster europäischer Hafen ist Piräus in Griechenland. Dieser Hafen wird von der China Ocean Shipping Company (Cosco) kontrolliert. Auch in den Nadelöhren der weltweiten Schifffahrt wie der Straße von Malakka oder dem Suez Kanal ist China größter Investor. Cosco kontrolliert unter anderem Fährhafen, Jachthäfen, Terminals für Kreuzfahrtschiffe und Werften. In den geostrategisch immer mehr an Bedeutung gewinnenden Gebieten im indischen Ozean versteht China es besser als jedes andere Land, die Kräfteverhältnisse zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Peking hat zielstrebig in zahlreichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans in strategische Infrastruktur investiert und Kredite im Wert von 500 Milliarden USD bereitgestellt. China ist mittlerweile größter Gläubiger von Sri Lanka, den Malediven und Bangladesch.

In Ostafrika verschafft sich Peking mit Investitionen den Zugang zu dringend benötigten Rohstoffen. Hier befindet sich auch der erste ausländische Militärstützpunkt Chinas, in Djibouti, direkt an der Zufahrt zum Roten Meer. China rüstet nicht nur das Chinesische Meer massiv auf, auch gehen die Bestrebungen in Richtung Sri Lanka oder Gwadar in Pakistan. Durch die immense Verschuldung dieser Länder und die dadurch entstandenen Abhängigkeiten werden diese sich dem Diktat aus Peking kaum entziehen können. Ebenfalls stellt China die Bedingung, dass bei den ausgeführten Bauprojekten immer chinesische Firmen den Vorrang erhalten. Somit kommen einheimische Unternehmen nur sehr beschränkt zum Zug, denn sowohl das Baumaterial als auch die Arbeiter kommen aus China. Ein echtes Interesse an der Entwicklung der entsprechenden Gebiete hat die chinesische Regierung nicht.  Im Vordergrund stehen eigene Interessen und chinesische Firmen. Internationale, wirtschaftliche und militärische Abkommen werden dabei schlichtweg ignoriert. Das China dabei grosse Gefahren eingeht ist offensichtlich und das hat mittlerweile auch die Regierung erkannt. Offizielle Stellen sind besorgt über die internationalen wirtschaftlichen Gefahren und sehen Finanzierungprobleme bei Ländern und Unternehmen. Einen schlechten Ruf bei den Kontrolleuren aus Peking haben inzwischen viele Projekte in Afrika mit hoch verschuldeten Regierungen, die ihre Verpflichtungen oft nicht einhalten. Dies und weitere Gefahren wie verminderte Wachstumsaussichten, wachsende Inlandsschulden und der Handelskrieg mit den USA könnten zu einer deutlichen Reduzierung der Seidenstraßen-Projekte führen.

Die chinesischen Initiativen als Erfolgsmodell zu bewerten, wäre auf jeden Fall verfrüht. Man kann sie aber als Prototyp für die Globalisierung ansehen. Chinesische Unternehmen werden zukünftig die internationalen Märkte stark beeinflussen und zu ernstzunehmenden Konkurrenten werden.

Eine ausführliche Analyse des Aktienmarktes und des Aktien-ETF „MSCI China A UCITS“ haben wir in Teil eins unserer Serie „Länderanalyse China- Fundamentalanalyse“ vorgenommen.

Hier geht unsere China Serie weiter:



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Unsere aktuellen Analysen und Beiträge

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Innovative Zukunftsbranche- negative CO2 Emissionen durch Direct Air Capture-Technologie

Bei Bolesch sind wir immer auf der Suche nach Unternehmensbeteiligungen aus neuen bahnbrechenden Branchen, die in Zukunft unser Leben nachhaltig verändern werden. Hierbei versuchen wir Technologien und Innovationen zu finden, die wirklich Neues hervorbringen, etwas, das vorher noch nicht existiert hat (von 0 auf 1).

Zu den analysierten Branchen gehört natürlich auch der Megatrend Klimawandel. Um die weltweiten Klimaziele zu erreichen, ist es bei weitem nicht genug, den zukünftigen weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren. Selbst wenn die Neu-Emissionen des Treibhausgases nach und nach stark gedrosselt werden, wird in den nächsten Jahrzehnten mehr CO2 in die Atmosphäre gelangen, als zum Erreichen des Zwei-Grad-Ziels zulässig ist. Es werden negative Emissionen benötigt, das zu viel emittierte Kohlendioxid muss der Atmosphäre wieder entzogen werden. Hier kommt die Direct-Air-Capture-Technologie ins Spiel. Das riesige Potenzial der Technologie liegt darin, nicht nur CO2-Emissionen zu vermeiden, sondern diese wieder rückgängig zu machen und somit einen sehr wichtigen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

Während Kohlendioxid- Filter auf Fabrikanlagen die Neuemissionen nur drosseln können, wird bei der Direct Air Capture- Technologie das CO2 der Umgebungsluft durch einen chemischen Prozess entzogen. Das der Luft entzogenen Kohlendioxid kann zur Herstellung von Treibstoff oder als Dünger genutzt werden, unterirdisch gespeichert oder in der Getränkeindustrie weiterverarbeitet werden.

Bill Gates nannte die Technologie Ende Februar 2019 in einem Artikel des „MIT Technology Review“ als eine der 10 wichtigsten Innovationen, die nachhaltig die Welt verändern werden. Er bezeichnete die Methode als technisch sehr aufwändig und teuer, aber Aufgrund der sehr langsam zurückgehenden CO2 Neuemissionen als alternativlos. Gates ist einer der Investoren von Carbon Engineering, eines der führenden Unternehmen der Branche.

Weltweit führend in der Direct Air Capture- Technologie sind drei Firmen, die bereits einen Durchbruch geschafft haben:

Global Thermostat LLC (USA),

Carbon Engineering (Kanada),

Climeworks (Schweiz).

Alle drei Unternehmen haben Pilotanlagen mit der Direct Air Capture- Technologie in Betrieb. Die Unternehmen nutzen als Kernstück spezielle Filterschwämme, die Kohlendioxid aus der Umgebungsluft filtern und an ihrer Oberfläche binden. Ist der Filter gesättigt, wird das Gas bei Temperaturen um 100 Grad Celsius gelöst und ausgewaschen. Danach steht der Filter wieder zur Verfügung. Bei allen drei Firmen handelt es sich um Start-ups, eine Kotierung an einer Börse gibt es bisher nicht.



Global Thermostat LLC

Das Start-up ist ein im Jahr 2010 gegründetes und privat von den Eigentümern finanziertes Unternehmen mit Sitz in New York. Gründer und Eigentümer sind die Wissenschaftsprofessoren Dr. Graciela Chichilnisky und Dr. Peter Eisenberger sowie der Investor Edgar Bronfman Jr. Dr. Graciela Chichilnisky ist eine argentinisch-US-amerikanische Mathematikerin und Wirtschaftswissenschaftlerin, sie war entscheidend an der Formulierung des Emissionshandels zwischen Staaten im Kyoto-Protokoll beteiligt sowie Hauptautorin der Sachstandsberichte des 2007 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichneten Intergovernmental Panel on Climate Change. Die Anlagen von Global Thermostat sind modular aufgebaut. Das System kann flexibel genutzt werden von einem bis zu 40 Modulen. Eine Anlage wächst mit dem hinzufügen von weiteren Modulen. Das Unternehmen bietet keinen nachgelagerten Prozess zur Verwendung des gewonnen Kohlendioxid, die Käufer der Anlagen sind frei in der Verwendung. Die Anlagen können beliebig und einfach in bestehende Fabriken eingebaut werden. Informationen über eine Beteiligung eines börsennotierten Unternehmens gibt es nicht.

Carbon Engineering

Das Start-up ist ein im Jahr 2009 gegründetes Unternehmen mit Sitz in Squamish, Kanada. Gründer war der Harvard Professor David Keith. Carbon Engineering wird von verschiedenen staatlichen und privaten Investoren finanziert, darunter Bill Gates und N. Murray Edwards. Im März 2019 gab unser Depotwert BHP Group eine Beteiligung an Carbon Engineering bekannt. Es geht dabei um eine relativ kleine Beteiligung in Höhe von 6 Millionen USD, aber es ist bemerkenswert, dass das BHP- Management die Möglichkeiten der Technologie erkannt hat und diese mit vorantreibt. Die ausführliche Unternehmensanalyse für BHP Group findest du hier. Seit 2015 wird in der Pilotanlage in Squamish CO2 aus der Umgebungsluft gefiltert, seit 2017 stellt Carbon Engineering aus dem gewonnenen Kohlendioxid flüssige Kraftstoffe her. Diese sind direkt mit heutigen Infrastrukturen und Motoren kompatibel. Im Unterschied zu fossilen Kraftstoffen sind diese CO2-neutral. Benötigt zur Herstellung werden neben dem Kohlendioxid lediglich Elektrizität, Wasser und Luft.

Climeworks

Führend unter den weltweiten Pionieren ist jedoch das Start-up aus Hinwil im Züricher Oberland. Das ETH Zürich Spin- off wurde von den Maschinenbaustudenten Christoph Gebald und Jan Wurzbacher im Jahr 2009 gegründet und beschäftigt heute das weltweit größte Expertenteam im Direct Air Capture Bereich. Das Unternehmen hat sich das Ziel gesetzt, ein Prozent der globalen CO2- Emissionen bis 2025 aus der Atmosphäre zu filtern. Climeworks wird von verschiedenen staatlichen und privaten Investoren finanziert, darunter der Autohersteller Audi. Gemeinsam wollen die Partner ein CO2-Kollektor- Modul in eine Anlage zur Produktion von klimaneutralen synthetischen Kraftstoffen integrieren. Im Mai 2017 eröffnete das Unternehmen die weltweit erste, kommerzielle Anlage zur CO2-Filterung aus der Umgebungsluft in Hinwil/ Schweiz. Auf dem Dach einer Müllverbrennungsanlage werden mit 18 Direct Air Capture-Modulen 900 Tonnen CO2 pro Jahr abgesaugt und anschließend zur Verwendung als Dünger an einen Gewächshausbetreiber geliefert. Die Niedertemperatur-Wärme, die zum auswaschen des CO2 benötigt wird, liefert die Müllverbrennungsanlage. Im Oktober 2017 folgte ein Projekt, in dem ein Modul zur CO2-Filterung in Hellisheidi/ Island zum Einsatz kommt. Im Rahmen des Horizon 2020-Forschungsprojekts CarbFix2 wird das Treibhausgas dort aus der Luft gefiltert und anschließend unterirdisch im Basaltstein gespeichert. Eine dritte Anlage, ebenfalls im Rahmen des Horizon 2020-Forschungsprojekts wurde im Juli 2018 in Apulien/ Italien installiert.

Fazit

Die vorgestellten Unternehmen sind echte Hoffnungsträger, um irgendwann in Zukunft unsere Klimaschulden bezahlen zu können. Eine Direkt-Investition in die Unternehmen ist für Privatanleger im Moment noch schwierig. Es kann aber über beteiligte Aktiengesellschaften wie BHP Group investiert werden. Das Team von Bolesch wird weiterhin die Branche beobachten und über gute Investitionsmöglichkeiten informieren.


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Länderanalyse China- Initiative „Made in China 2025“

Nachdem wir im ersten Teil unserer China- Serie die Volkswirtschaft einer ausführlichen Fundamentalanalyse unterzogen haben, wenden wir uns in diesem Beitrag der Initiative «Made in China 2025» zu. «Made in China» kennen wir von Plastikprodukten und günstigen Elektronikgeräten. «Made in China 2025» hingegen ist der Masterplan der chinesischen Regierung und soll das Land weg von der Massenproduktion hin zur Hightech-Weltmacht befördern. Der im Jahre 2015 ins Leben gerufene Aktionsplan soll nach dem Vorbild der deutschen Digitalisierungsinitiative «Industrie 4.0» ausgewählte Produktsegmente der Wirtschaft fördern und die Abhängigkeit von ausländischen Technologien reduzieren. Die Initiative ist allerdings viel mehr als eine fernöstliche Version von Industrie 4.0. Während in Europa der technische Fortschritt im Vordergrund steht, geht es der chinesischen Regierung um die Neustrukturierung der gesamten Industrie und um den Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit.

Das Programm von Chinas Präsident Xi Jinping wird in Teilschritten umgesetzt: Bis 2020 sollen 40 Prozent der Produkte aus zehn Schlüsselbranchen mit heimischen Materialien erstellt werden. Im Jahr 2025 ist das Ziel, dass 70 Prozent aus China selbst kommen. Damit will das Land mehrheitlich unabhängig vom Ausland werden.

Die zehn identifizierten Schlüsselbranchen sind:

  1. Neue Informationstechnologien
  2. Automatisierte Maschinen und Roboter
  3. Luft und Raumfahrttechnologie
  4. Hightech- Ausrüstung für Schiffe und Seefahrt
  5. Moderne Bahntechnik
  6. Autonome und umweltfreundliche Fahrzeuge
  7. Effiziente Antriebsaggregate
  8. Landmaschinen
  9. Neue Werkstoffe
  10. Biopharma und neue medizinische Produkte

Außerdem ist die Weiterentwicklung der chinesischen Industrie in fünf Initiativen aufgeteilt. Die erste Initiative sieht bis 2025 den Aufbau von 40 neuen Forschungs- und Entwicklungszentren vor, die durch den Staat und die Provinzregierungen finanziert und kontrolliert werden. In der zweiten Initiative soll der chinesische Marktanteil von geistigem Eigentum bei High-Tech-Entwicklungen massiv ausgebaut werden. Durch die dritte Initiative sollen die Energieeffizienz und der Ressourceneinsatz gesenkt werden. Der chinesische Energieverbrauch soll bis 2025 dem eines fortgeschrittenen westlichen Industriestaates entsprechen. In der vierten Initiative sollen führende chinesische Unternehmen Smart-­Manufacturing-Techniken aufbauen, die Fabriken digitalisieren und die Lieferketten verbessern. Und die fünfte Initiative will die industrielle Grundlage verstärken, um die ehrgeizigen Vorgaben der Strategie in die Tat umzusetzen. 

Dabei wird von der chinesischen Regierung der bekannte kommunistische Top-down-Ansatz angewendet. Da Peking weiterhin alles und jeden kontrollieren will, wird an der staatlich gelenkten Industriepolitik nicht gerüttelt. Während man in der westlichen Marktwirtschaft die Industrie den Marktkräften überlässt, herrscht in China weiterhin Planwirtschaft. Chinesischen Hightech- Firmen erhalten massive staatliche Unterstützung durch entsprechend üppig bestückte Staatsfonds. Die chinesische Führung greift so systematisch in die Märkte ein, um die wirtschaftliche Dominanz ihrer Unternehmen zu stärken. Gleichzeitig werden ausländische Konkurrenten durch diese Subventionspolitik benachteiligt.

Diese Ungleichgewichte stehen im Mittelpunkt des Handelsstreits mit den USA. Die US- Regierung fordert eine fundamentale Änderung des chinesischen Wirtschaftsmodells, um US-Firmen gleiche Wettbewerbsbedingungen zu ermöglichen. Auch aus anderen Ländern kommt Kritik, Peking subventioniere einheimische Unternehmen, während sie ausländische Firmen, die auf den chinesischen Markt wollen, zur Preisgabe ihrer Technologie drängen. Dies verstößt gegen die Grundsätze der Welthandelsorganisation WTO, denen sich auch China verpflichtet hat. Es ist davon auszugehen, dass die chinesische Regierung Zugeständnisse gegenüber der Welt wird machen müssen, aber die grundsätzlichen industriepolitischen Pläne wird China nicht ändern.

Begrenzt wird der Staatskapitalismus, wenn ein Missverhältnis zwischen politischen Prioritäten und den echten Bedürfnissen der Wirtschaft auftritt. Im aktuellen chinesischen System sind eine ineffiziente Mittelvergabe und planwirtschaftliche Fehlentscheide geradezu vorprogrammiert. Die Vergangenheit hat gelehrt, das autokratische Führer weder ihre Macht ohne weiteres abgeben, noch begangene Fehlentscheidungen klug korrigieren können. In unserer westlichen Marktwirtschaft korrigieren sich Fehlentscheidungen durch die Marktkräfte von selbst, ein autoritäres System hat keinen derartigen Korrektur- Automatismus.

Da im chinesischen System keine Bottom-up-Initiativen gefördert werden besteht für die Unternehmen keine Notwendigkeit, selbst zu investieren, da der Staat ja alle Mittel bereitstellt. Bei einem Top-Down-Ansatz kann sich keine innovative Start-up-Szene entwickeln, da diese sich nur Bottom-up entwickeln kann. Der vorhandene Ansatz mag bei Firmen funktionieren, die bestehende Produkte kopieren, massenhaft herstellen und verbreiten (von 1 zu n), jedoch nicht, um neue innovative Wirtschaftsgüter zu entwickeln (von 0 auf 1). Um die Industriepolitische Offensive auf dem Weg zur Technologieführerschaft weiter voranzutreiben bleibt China nichts anderes übrig, als einen demokratischen Wandel einzuleiten. China will mit seinen Initiativen Hightech-Länder aus Europa, den USA und asiatische wie Taiwan und Südkorea ersetzen, und zwar allesamt. Allerdings konnten Taiwan und Südkorea ihre wirtschaftliche Erfolgsgeschichte nur fortsetzen, weil sie sich Ende der achtziger Jahre demokratisierten. Außerdem ist es schwer vorstellbar, dass mittelfristig eine immer stärker auf Wissen, Kreativität und Eigenverantwortung basierende Wirtschaft autoritär beherrscht werden kann. Die immer besser ausgebildeten Bürger werden mehr Mitspracherechte einfordern.

Was dies für Investoren bedeutet

Da durch die staatliche Subventionspolitik für Unternehmen mit ungleich langen Spießen gekämpft wird, müssen wir uns bei jedem Investment fragen, ob das zukünftige Geschäft durch chinesische Firmen kaputt gemacht oder übernommen werden kann. Wir müssen genau beobachten, ob sich China in Zukunft mehr für ausländische Firmen öffnet und sich an international anerkannte Richtlinien hält.

Auch wenn der langfristige Aufstieg Chinas durch die Initiativen gesichert ist, besteht eine große Gefahr, dass der eingeschlagene Weg einige Schlaglöcher aufweist. Und es gibt keine Gewähr, dass die Regierung in Peking bei Widrigkeiten immer richtig reagiert. Daher dürfen die in der Vergangenheit erreichten BIP- Wachstumszahlen nicht einfach in die Zukunft interpoliert werden. Durch die fehlende Förderung von Bottom-up Initiativen scheinen echte disruptive Innovationen kaum möglich. Daher wird der Cashflow und die Gewinne von chinesischen Unternehmen langsamer wachsen als bei vergleichbaren Firmen in demokratisch geführten Teilen der Welt. Die Bolesch Analyse Software (BAS) berechnet im Modul Ländervergleich per März 2019 einen fairen Wert für einen chinesischen Blue Chip- ETF in Höhe von 14,63. Der faire Wert für einen weltweiten Blue Chip ETF liegt bei 16,20 und somit höher als der chinesische Wert. Für einen Schweizer Blue Chip ETF wird von der BAS ein fairer Wert in Höhe von 18,64 errechnet. Diese Werte werden jeweils mit dem KGV des entsprechenden Länder ETF verglichen.

Eine ausführliche Analyse des Aktienmarktes und des Aktien-ETF „MSCI China A UCITS“ haben wir in Teil eins unserer Serie „Länderanalyse China- Fundamentalanalyse“ vorgenommen.


Hier geht unsere China Serie weiter:



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Länderanalyse China – Fundamentalanalyse

Aufgrund der umfangreichen Themen rund um Investitions- Möglichkeiten in China haben wir uns entschlossen, eine mehrteilige Serie zu schreiben. Geplant sind die folgenden Analysen:

Länderanalyse China – Fundamentalanalyse

Länderanalyse China – Initiative „Made in China 2025“

Länderanalyse China – Initiative neue Seidenstraße

Länderanalyse China – Welche Unternehmen von den Initiativen „Made in China 2015“ und „neue Seidenstraße“  profitieren.



Bei dieser Länderanalyse wird Chinas Volkswirtschaft einer ausführlichen Fundamentalanalyse unterzogen. Hierbei kommen klassische Kennzahlen wie BIP- Wachstum, Inflationsrate und Verschuldung, aber auch relativ unbekannte Kennzahlen wie GINI- Index oder die internationale PISA- Studie zum Einsatz. Die Analyse zeigt auf, wie es um das Wirtschaftswachstum und das zukünftige Konjunkturklima bestellt ist, welche Gefahren aus der hohen Verschuldung im privaten Sektor und dem Handelskrieg mit den USA bestehen. Wie der chinesische Aktienmarkt und ein zugehöriger ETF aktuell bewertet sind, erfährst du hier in der Detailanalyse.



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