Value Investing- Weiterentwicklung des intelligenten Investmentansatzes

Im ersten Teil dieses Beitrags beschreibe ich das klassische Prinzip des Value Investing nach Benjamin Graham. Im zweiten Teil zeige ich auf, wie wir diese Prinzipien weiter entwickeln können, und dadurch zu noch besseren Investoren werden. 

Das klassische Value Investing basiert auf Benjamin Graham, dem „Godfather of Value Investing“. Laut Graham wird nur in Unternehmen investiert, die unter dem eigentlichen Wert notieren. Dazu müssen die Fundamentaldaten des Investments genau analysiert und bewertet werden. Im folgendem Schaubild wird die Methode dargestellt.

Eine entscheidende Rolle bei der Analyse spielt der Innere Wert eines Unternehmens (Nr.1). Der Innere Wert wird berechnet in dem man dem Unternehmensvermögen abzüglich aller Schulden die zukünftig erwarteten Cashflows addiert (Diskontiertes-Cashflow-Verfahren). Der Innere Wert wird bei herausragenden Unternehmen stetig ansteigen, wie im Schaubild dargestellt.

Nun wird der Kursverlauf im Laufe der Zeit sowohl oberhalb als auch unterhalb des Inneren Wertes liegen. In Phasen der Angst liegt der Kurs unterhalb und in Phasen der Gier liegt der Kurs oberhalb des Inneren Wertes. Zur Berechnung eines angemessenen Kaufpreises wird immer eine Sicherheitsmarge eingerechnet. (Nr. 2). Sollte der Preis unterhalb der Sicherheitsmarge liegen, ist das Unternehmen unterbewertet und kann somit günstig erworben werden (Nr.3). Wenn der Preis oberhalb des Inneren Wertes liegt, so ist das Unternehmen überbewertet (Nr.4). In diesem Bereich können die Anteile wieder verkauft werden. Solange die Fundamentaldaten und auch der zu erwartende Cashflow in Ordnung sind, besteht dazu aber kein Grund.

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Die folgenden Prinzipien beschreiben eine Weiterentwicklung von Grahams Ansatz. Dazu werden die Investments einem Selektionsprozess unterzogen.

Die oberste Regel bei allen Arten von Investments ist, dauerhaften Kapitalverlust zu vermeiden. Um Unternehmen zu finden, die in Zukunft kontinuierlich weiter wachsen, werden zunächst Zukunftsbranchen definiert. Wenn wir nun bei unseren Recherchen auf ein interessantes Unternehmen stoßen, so sollte es einer Zukunftsbrache zugeordnet werden können. Weiterhin muss jedes definierte Investment ein Alleinstellungsmerkmal aufweisen. Dies ist im Idealfall eine Monopolstellung oder ein Konkurrenzvorsprung. Nur wenn das Unternehmen einer Zukunftsbranche zugeordnet werden kann und ein Alleinstellungsmerkmal aufweist, wird eine Fundamentalanalyse und eine Preisanalyse durchgeführt. Ist das Unternehmen auch hier stark aufgestellt, wird eine Wettbewerberanalyse durchgeführt. Dabei wird der obere Prozess für entsprechende Wettbewerber angewendet. Wenn es keinen besseren Wettbewerber gibt, so wird der Innere Wert des Unternehmens mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren ermittelt. Sollte der Innere Wert abzüglich der Sicherheitsmarge unterhalb des aktuellen Börsenpreises liegen, so sind die Anteile einen Kauf wert. Jetzt muss nur noch eine Risiko,- und Allokations- Beurteilung für das eigene Depot durchgeführt werden. Wenn das Unternehmen gut in die Portfoliostruktur passt, steht einem Kauf nichts mehr im Wege. 

Du denkst nun, ich werde kaum ein Unternehmen finden, wenn ich diesen Prozess anwende? Dem kann ich nicht widersprechen. Ein hervorragender Value Investor handelt Situations,- und Chancen- orientiert und kauft nur bei sehr wenigen Gelegenheiten, dann aber in großem Maßstab. 

Hier wir der Prozess nochmal in einem Ablaufdiagramm dargestellt. 


Wie du unseren Unternehmensanalysen entnehmen kannst, gibt es sie wirklich, die Unternehmen, die alle oben genannte Kriterien entsprechen. Unsere Unternehmensanalysen findest Du hier.



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