Warum ein Crash an den Börsen etwas Wunderbares ist.

Ich möchte vorweg schicken, dass ich die Situation im Dezember 2018 an den Weltbörsen nicht für einen Crash hielt. Ich hielt die Situation für ein leichtes Gewitter an einem Sommertag, welches eine kleine Abkühlung bringt. 

Dieser Beitrag handelt von einem richtigen Crash, von einer Korrektur, an der die Märkte 40 – 80 % ihres Wertes verlieren. Wenn auf den Märkten Panik ausbricht und der Großteil der Anleger nicht schnell genug verkaufen kann, dann werden auch gut aufgestellte Unternehmen mit dem Gesamtmarkt nach unten gezogen. Dann beginnt die Zeit für Value Investoren, die dann hervorragende Unternehmensanteile zu einem angemessen Preis kaufen können. Wenn der Herdentrieb, die kurzfristig denkenden Trader und die Charttechniker den Absturz immer weiter anheizen, dann kann es besonders schöne Momente geben, in denen es möglich ist, Unternehmensanteile zu einem Preis zu erwerben, der unter dem Nettovermögen des Unternehmens liegt. Das ist dann der Himmel für langfristig denkende Anleger. Denn nach einem solchen Kauf muss nur abgewartet werden bis sich die Marktlage beruhigt und sich die Kurse wieder an das echte Niveau angleichen. In solch stürmischen Zeiten können auch notorisch überbewertete Firmen, wie zum Beispiel US- Tech- Werte, zu angemessenen Preisen gekauft werden.

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Es gibt noch mehr Vorteile, die günstige Aktienpreise mit sich bringen. Die Dividendenrendite ist höher und für Firmen lohnen sich Aktienrückkäufe. Smarte Unternehmen mit ausreichenden Barreserven werden die Unterbewertung nutzen und ein Aktienrückkaufprogramm auflegen. Denn durch die vorgenommene Kapitalherabsetzung wird der Gewinn auf weniger Aktionäre verteilt und die Eigenkapitalrendite erhöht. 

Ein nützlicher Indikator, um Überbewertungen und Unterbewertungen im Gesamtmarkt auf Länderebene zu erkennen, ist der Buffett- Indikator. Bei diesem Indikator wird die Marktkapitalisierung aller börsennotierten Unternehmen eines Landes ins Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt gesetzt. Hat der Indikator einen Wert von 1, so wird das Marktniveau als angemessen bezeichnet. Liegt der Wert oberhalb von 1, so wird der Markt als überbewertet eingeschätzt.  Momentan, Stand Dezember 2018,  ist der US- Markt mit einem Wert von ca. 1.5 als überbewertet zu bezeichnen. Beim chinesischen Markt sieht die Situation mit einem Wert von etwa 0,7 deutlich günstiger aus. (Quelle zu Berechnung: knoema.de/atlas)


Um eine Krise am Aktienmarkt mit einem bestehenden Portfolio gut überstehen zu können ist es wichtig, immer auf erstklassige Unternehmen mit starkem freien Cashflow und wenig Schulden zu setzen. Hat man diese Werte im Portfolio, dann kann man auch eine größere Korrektur aussitzen, weil sich die wirtschaftliche Situation für starke Unternehmen nicht so schnell ändern wird. Bei erstklassigen Firmen, die in einer Zukunftsbranche tätig sind, wird der Cashflow auch in Zeiten von Korrekturen am Gesamtmarkt stabil sein oder weiter wachsen. 

Wie auch immer die Märkte performen werden, es ist wichtig sich nicht von der allgemeinen Panik anstecken zu lassen. Solange es unter den Menschen Angst und Gier gibt, solange wird es auch Übertreibungen und Untertreibungen an den Börsen geben. Es wird irgendwo wieder eine Blase platzen, wann und wo genau, kann niemand voraussagen. Anzeichen dafür gibt es genug, z.B. die überbewerteten Aktienmärkte in den USA, die hohe Verschuldung im privaten Sektor in China, die Italien/Eurokrise, der Brexit oder die weltweit hohen Immobilienpreise. Bis es soweit ist, heißt es emotionslos abwarten und das Pulver trocken halten.

Sollte aus dem kleinen Sommergewitter doch noch ein ausgewachsener Börsensturm werden, so können wir uns alle auf günstige Kaufgelegenheiten freuen.

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