Unternehmensanalyse Apple

Unternehmensanalyse vom 03.04.2020, aktualisiert am 11.02.2021

Die folgende Unternehmensanalyse zeigt auf, wie Apple fundamental aufgestellt ist, wohin sich der Konzern in Zukunft entwickeln wird und ob aktuell ein guter Einstiegszeitpunkt für langfristig ausgerichtete Investoren ist.

Allgemeine Hinweise zur Analyse

Bei Bolesch sind wir immer auf der Suche nach den besten Investmentchancen. Wir haben einen fokussierten Anlagestil basierend auf dem klassischen Prinzip des Value Investing nach Benjamin Graham.

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Um die besten Investments zu identifizieren und dauerhaften Kapitalverlust zu vermeiden, unterziehen wir potenzielle Investments einem ausführlichen Selektionsprozess. Immer werden eine allgemeine Unternehmensbewertung, eine Fundamentalanalyse, eine Preisanalyse und eine Wettbewerbsanalyse durchgeführt. Bei unseren Analysen wird der freie Cashflow als maßgebliche Kennzahl genutzt. Eine ausführliche Beschreibung unserer Prinzipien findest du hier. Der faire Wert des Unternehmens wird mit dem Discounted-Cashflow-Verfahren und dem Umsatzverfahren ermittelt. Die Jahresdividende wird bei der Ermittlung des zukünftigen inneren Wertes herausgerechnet. Alle Kennzahlen sind, sofern nichts anderes angeben ist, selbst berechnet und werden den Jahresgeschäftsberichten der Unternehmen entnommen. Bei allen Kennzahlen und Schätzungen werden konservative Annahmen getroffen und eine Sicherheitsmarge eingerechnet. Zur Auswertung der Kennzahlen und Berechnung der Daten kommt die BAS (Bolesch Analyse Software) zum Einsatz. Die Software verknüpft Berechnungsmethoden des Risiko Managements mit den Regeln des Value Investing. Das Scoring System der BAS berechnet die Kennzahlen auf Basis des langfristigen freien Cashflows. Dadurch werden die wirklichen Stärken der analysierten Unternehmen identifiziert und die Qualität der daraus resultierenden Investments deutlich verbessert. Obwohl die Berechnung äußerst komplex ist, ist es unser Ziel die Analysen möglichst einfach und verständlich darzustellen.

Zusammenfassung in 30 Sekunden

Allgemeine Unternehmensbewertung

Apple Inc. ist ein US- amerikanisches Technologieunternehmen und gemessen an der Marktkapitalisierung das wertvollste Unternehmen der Welt. Das Unternehmen entwirft, produziert und vermarktet High-End Smartphones, Personal Computer, Tablets, Wearables und Zubehör. Weiterhin betreibt es verschiedene digitale Plattformen für Software, Musik und Filme.

Apple ist ein zyklisches, konjunkturabhängiges und einem intensiven Wettbewerb ausgesetztes Unternehmen. Es hat jedoch als weltweit erfolgreicher Trendsetter sehr gute Wettbewerbsbedingungen. Das Unternehmen hat ein weit gefächertes Kerngeschäft, die Erlöse aus den Produkten sind sehr breit aufgestellt. Die Kosten zur Entwicklung der Innovationen sind zunächst sehr kapitalintensiv. Dadurch sind die Produkte schwer reproduzierbar und es gibt hohe Einstiegshürden für Wettbewerber.

Apple hat die Produktion der Hardware- Produkte ausgelagert. Die Produktion wird komplett von Lieferfirmen wie Qualcomm übernommen. Dieses Outsourcing spart Kosten und Zeit. Apple kann mit seiner Marktmacht flexibel reagieren und zwischen Lieferfirmen wechseln. Auf der anderen Seite gibt es bei einer Auslagerung der Produktion immer einen hohen Kommunikations- und Kontrollbedarf. Auch besteht immer die Gefahr, dass vertrauliche Informationen an die Öffentlichkeit kommen oder an Konkurrenten weitergegeben werden.

Geschäftsbereiche

Das Unternehmen ist in die folgenden Geschäftsbereiche aufgeteilt:

  • iPhone
  • Mac
  • iPad
  • Wearables, Home und Accessoires
  • Services

Umsatz der Geschäftsbereiche

Die folgenden beiden Diagramme zeigen den Umsatz der Geschäftsbereiche in Euro und den prozentualen Anteil aus dem Jahr 2020.

Der Großteil des Umsatzes, 113.8 Mrd. EUR oder 50 %, wird mit dem iPhone erwirtschaftet.

Umsatz nach Regionen

Die folgenden beiden Diagramme zeigen den Umsatz nach Regionen in Euro und den prozentualen Anteil aus dem Jahr 2020.

Der Großteil des Umsatzes, 102.7 Mrd. EUR oder 45 %, wird in den USA erwirtschaftet. Auf Platz zwei und drei folgen Europa und China. Eine weltweite Diversifikation ist gegeben.

Management   

Unter der Führung des Apple- Gründers Steve Jobs hat das Management bahnbrechende Produkte und Prozesse in das Unternehmen eingeführt. Schlanke Prozesse gehören ebenfalls hierzu wie die intuitiven Produkte. Alles muss einfach und verständlich sein. Das Management konzentriert sich immer auf die Kernprozesse und die Weiterentwicklung des Unternehmens steht im Vordergrund. Mit diesem Verhalten wird sichergestellt, dass immer die besten Mitarbeiter zu Apple gezogen werden. Tim Cook ist seit 2011 CEO und arbeitet seit 1998 bei Apple. Er führt das Unternehmen sehr besonnen und mit langfristiger Ausrichtung. Cook handelt zurückhaltender als Steve Jobs, neue Produkte und Services werden mit weniger Show auf den Markt gebracht. Das ist absolut kein Nachteil.

Grösster Aktionär mit ca. 5 % der Anteile an Apple ist Berkshire Hathaway, die Investment- Gesellschaft von Warren Buffett. Buffett bezeichnet Cook als den besten Manager, der ihm bisher begegnet sei.

Das gesamte Management von Apple besteht aus 17 Personen, die hier nicht im Detail vorgestellt werden. Nähere Informationen gibt es auf den Investor Relations Seiten von Apple:

Apple Vorstand – Apple (DE)

Legal und Compliance Check

In unserem semiautomatischen Legal und Compliance Check durchsuchen wir vollautomatisiert Online Medien nach negativen Artikeln zur Einhaltung rechtlicher und ethischer Standards. Die automatische Suche erfolgt mit hunderten Schlagworten aus dem Bereich Legal und Compliance in deutscher und englischer Sprache. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt manuell.

Als wertvollste Marke der Welt steht Apple von allen Seiten unter Beschuss. Es gibt diverse Klagen und negative Medienartikel gegen das Unternehmen. Hier eine Auswahl der wichtigsten Klagen:

  • Rechtstreit seit 2017 mit 30 US- Bundesstaaten wegen gedrosselter iPhones. Die bisherigen Kosten liegen bei 600 Mio. USD. Klagen sind auch in Europa hängig.
  • Offene Steuernachforderungen in der EU in Höhe von 13 Mrd. EUR
  • US-Kartellklage und EU- Untersuchungsverfahren wegen Geschäftspraktiken und möglicher Wettbewerbsverzerrung im App- Store.
  • EU- Untersuchungsverfahren bezüglich Datenschutz und Werbetracking
  • Bussgeld wegen Wettbewerbsabsprachen in Frankreich im März 2020 in Höhe von 1.2 Mrd. EUR.
  • Das grösste Risiko für Apple geht aus den Kartellklagen gegen die FAANG – Unternehmen in den USA aus. Apple hat die Suchmaschine von Google als Standardsuche auf seinen Geräten installiert. Laut New York Times zahlt Google dafür 8-12 Mrd. USD jährlich an Apple. Die Wettbewerbsbehörden könnten diese Zusammenarbeit aus kartellrechtlichen Gründen zerschlagen. Das wäre mit erheblichen Einbussen für Apple verbunden, die genannte Summe beträgt aktuell ca. 12 % des freien Cashflows.

Auch die Auslagerung der gesamten Produktion birgt einige Risiken. Gerade in Billiglohnländern besteht die Gefahr von Lohndumping, schlechten Arbeits- und Umweltbedingungen und Kinderarbeit. In dieser Richtung gibt es immer wieder negative Medienartikel.

In der Vergangenheit hatten Klagen keine nennenswerten Auswirkungen auf den Geschäftsverlauf von Apple.

Die aufgeführten Punkte werden als erhebliches Risiko für das Unternehmen eingeschätzt, jedoch nicht als existenzbedrohend.

Alleinstellungsmerkmale/ Wettbewerbsvorteile Apple Inc.

Apple ist der bekannteste Markenname der Welt. Das Unternehmen ist Trendsetter Nr.1 und es hat sich ein Kult um die Produkte entwickelt. Die revolutionären Erfindungen haben immer wieder zu weltweiten disruptiven Veränderungen geführt.

Apple ist weltweit der einzige Anbieter, der seinen Kunden die Hardware und Software, Cloud Service und skalierbare Plattformen aus einer Hand anbietet. Das Unternehmen hat mit seinem Produktuniversum einen geschlossenen Kreislauf geschaffen, aus dem die Nutzer nur sehr schwer wieder herauskommen. Dies führt zu einer Abhängigkeit der Nutzer. Daher kann Apple die Preise für die Produkte hochhalten bzw. immer wieder erhöhen. Durch das sehr große Finanzpolster ist das Unternehmen in der Lage, riesige Investitionen in neue Services zu tätigen.

Bewertung Allgemeine Unternehmensbeurteilung:

Die bekannteste Marke der Welt ist für die Zukunft gut aufgestellt. Risiken bestehen vor allem wegen hängiger Kartellklagen.


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Fundamentalanalyse

Apple wird als Substanzwert eingestuft.

Vermögenskennzahlen

Apple hat ein Gesamtvermögen von 267 Mrd. EUR, die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 213 Mrd. EUR. Das ergibt ein Nettovermögen von 54 Mrd. EUR. Dem gegenüber steht eine aktuelle Marktkapitalisierung in Höhe von 1967 Mrd. EUR.

Die Eigenkapitalrendite liegt bei 88 %, dies wird bei einer vertretbaren Verschuldung bzw. einem vertretbaren Fremdkapitaleinsatz als hervorragend eingestuft.

Das Verhältnis des durchschnittlichen freien Cashflows zu den Gesamtschulden beträgt 3.63. Das bedeutet, das Unternehmen könnte seine Gesamtschulden mit dem freien Cashflow in ca. 4 Jahren voll kompensieren. Diese Kennzahl ist sehr gut. Das Verhältnis Zinsaufwand zum Gewinn aus 2020 (10.87 EUR pro Aktie) beträgt 0.01. Das bedeutet, die Aufwände für Zinsen belasten den Gewinn nicht. Diese Kennzahl ist hervorragend.

Die Investitionsquote des operativen Cashflows zwischen 2010 und 2020 betrug 17.58 %. Diese Zahl wird als unterdurchschnittlich bewertet.

Goodwill

Bei unseren Analysen wird die Kennzahl des Goodwills nahezu so hoch gewichtet wie die Schuldenkennzahlen des Unternehmens. Da der bilanzielle Goodwill nicht abgeschrieben wird, sondern jährlich einer Prüfung auf Werthaltigkeit unterzogen wird, kann es zu einer Aufblähung der Bilanz kommen und es besteht die Gefahr der außerordentlichen Abschreibung eines Einmalbetrages. Ein solcher Fall kann eintreten, wenn vom Management mehrfach überteuerte Unternehmensübernahmen vorgenommen werden, und diese übernommenen immateriellen Werte niemals monetarisiert werden können. Wenn bei solchen Unternehmensübernahmen auch noch Kapitalerhöhungen vorgenommen werden, wird der zukünftige Gewinnanteil der bestehenden Investoren verwässert.

All die beschriebenen Gefahren treten bei Apple nicht auf. Die Anzahl der im Umlauf befindlichen Aktien ist in den letzten Jahren gesunken.

Der Anteil des immateriellen Vermögens inklusive des Goodwills am Gesamtvermögen beträgt 0 %. Dieser Wert ist sehr gut, es besteht keine Gefahr für außerordentliche Abschreibungen.

Margen

Die Gewinnmarge (Nettomarge) ist sehr stabil und bei ca. 19 % auf einem sehr hohen Niveau. Das unterstreicht den Hype um die Produkte und die Bereitschaft der Kunden, hohe Preise für die Apple Produkte zu zahlen. Die Standardabweichung der Gewinn- Marge in den letzten 5 Jahren beträgt 1 %. Dieser Wert wird als sehr gut eingestuft. Die freie Cashflow- Marge ist sehr stabil und bei ca. 29 % auf einem sehr hohen Niveau. Die Standardabweichung der Free Cashflow- Marge in den letzten 5 Jahren beträgt 3%. Dieser Wert wird als sehr gut eingestuft.

Dividendenkennzahlen

Das Unternehmen zahlt seit 2012 ununterbrochen und eine ansteigende Dividende. Die Wichtigkeit des Shareholder Return hat sich erst mit Tim Cook als CEO entwickelt. Inzwischen kauft Apple, neben Auszahlung der Dividende, in großem Ausmaß eigene Aktien zurück. Durch die vorgenommene Kapitalherabsetzung wird der Gewinn auf weniger Aktionäre verteilt und die Eigenkapitalrendite stetig erhöht. Zu diesem Schachzug hatte man in Zeiten von Steve Jobs den Gründer von Berkshire Hathaway, Warren Buffett, kontaktiert, der zum Aktienrückkauf riet. Jobs lehnte den Vorschlag immer ab, Cook setzt den Rat seit 2012 um.

Die Dividendenrendite liegt bei 0.58 %. Das Wachstum der Dividende betrug seit 2011 durchschnittlich 14 % per anno.

Die Ausschüttungsquote des freien Cashflows lag bei 16 %. Somit ist die Dividende voll durch den Cashflow abgedeckt.

Die Ausschüttungsrendite (Dividendenrendite plus Rendite aus Aktienrückkäufen) ist aktuell mit 3.26% gut.

Die Vermögenskennzahlen zeigen ein sehr bilanzstarkes Unternehmen mit gigantischen Cashflows und Free Cashflow Margen nahe 30%.

Wachstumskennzahlen

Entwicklung Umsatz

Das folgende Diagramm zeigt die Entwicklung des Umsatzes aus den Jahren 2010- 2020. Das durchschnittliche Wachstum in der Zeitperiode von 2016 bis 2020 betrug 3.6 % pro Jahr. Hier kann ein stabiles, aber geringes Wachstum abgeleitet werden.

Seit dem Jahr 2016 hat sich das Umsatzwachstum verlangsamt. Dies ist auf den gesättigten Markt für Smartphones zurückzuführen.

Wie weiter oben dargestellt, wird 50% des Umsatzes mit dem iPhone generiert. Apple hat also eine starke Abhängigkeit vom iPhone. In diesem Bereich ist das Unternehmen einigen Herausforderungen ausgesetzt. Der Weltmarkt für Smartphones ist gesättigt. Es besteht kaum noch Wachstum, es geht nahezu nur noch um den Austausch von bestehenden Geräten. Apple steht unter einem enormen Wettbewerbsdruck, vor allem die Konkurrenz aus China drückt die Preise und die Margen. Die Qualität von Konkurrenzgeräten z.B. von Samsung hat inzwischen das gleiche Niveau wie die Apple Geräte. Vorteile bestehen aus dem Image des iPhones als Statussymbol. Deshalb kann Apple höhere Preise durchsetzen. Mittlerweile ist ein Trend zu erkennen, dass die Kunden nicht mehr bei jeder neuen Generation des iPhone das dringende Bedürfnis haben, auf das neueste Gerät zu wechseln. Die Wechselzyklen werden immer länger, ein Batterietausch wird mittlerweile auch in Betracht gezogen.

Die folgende Graphik zeigt des prozentuale Wachstum pro Jahr der Geschäftsbereiche iPhone, Mac und iPad. Das Wachstum in allen drei Bereichen unterliegt starken Schwankungen und ist unterdurchschnittlich.

Ein anderes Bild zeigt sich bei den Geschäftsbereichen Wearables und Services. Hier zeichnet sich der Zukunftsmarkt von Apple ab. Diese Geschäftsbereiche werden für das Unternehmen die Wachstumstreiber der Zukunft sein. Das durchschnittliche Wachstum in den beiden Geschäftsbereichen lag im Zeitraum von 2014 bis 2020 jenseits der 20 % pro Jahr.

Zu den Wearables gehören u.a. smarte Kopfhörer und die Apple Watch. Hier bestehen sehr große Wachstumsmöglichkeiten im Bereich kleiner, internetfähigerer Geräte, die man direkt am Körper trägt. Als Beispiel sei hier eine AR Brille mit Displays in beiden Gläsern genannt.

Zum Bereich Services gehört auch das Abo- Geschäft mit Musikangeboten, Streaming- und Cloudspeicher-Diensten. In diesem Bereich kommt das Unternehmen bereits auf 620 Millionen zahlende Kunden.

Apple hat große Pläne im Bereich Gesundheit. Über die Apple Watch und zugehörige Services will das Unternehmen jeden einzelnen Nutzer befähigen, seinen Körper zu überwachen. Dies soll zum Beispiel zum frühzeitigen Erkennen von Herzinfarkten oder dem Messen des Blutzuckerwertes genutzt werden. Der Bereich der Überwachung von Körperfunktionen mit digitalen Geräten steht noch ganz am Anfang seiner Entwicklung und bietet riesiges Potential. Da Apple die Geräte, die Services und die Software aus einer Hand anbietet, werden die Nutzer durch die Gesundheitsservices noch stärker an das Unternehmen und den geschlossenen Apple- Kreislauf gebunden. In diesen Bereichen werden der Wandel und die Weiterentwicklung des Unternehmens stattfinden. Tim Cook sagte in einem Interview, die geplanten Gesundheitsservices werden die größte Errungenschaft von Apple für die Menschheit werden. Sollte es Apple langfristig gelingen, Gesundheitsdaten der rund einer Milliarde iPhone- Nutzer mit Cloud- Gesundheits-Services auszustatten, würde ein gigantischer Big Data Anbieter mit ungeahnten Möglichkeiten entstehen. Es ist davon auszugehen, dass Apple damit „the next big thing“ in der Pipeline hat.

Operativer Cashflow und Investitionen

Der operative Cashflow konnte seit dem Jahr 2010 im Durchschnitt um 7.16 % pro Jahr gesteigert werden. Die Investitionen sind im gleichen Zeitraum lediglich um 5.1 % gestiegen. Seit 2018 sind die Investitionen zurück gegangen.

Freier Cashflow und Gewinn

Der Gewinn konnte in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt um 10.36 % pro Jahr gesteigert werden. Der freie Cashflow konnte in den letzten 5 Jahren im Durchschnitt um 7.5 % pro Jahr gesteigert werden. In den letzten 5 Jahren war der bilanzielle freie Cashflow höher als der bilanzielle Gewinn. Dies deutet auf einen erhöhten zukünftigen Bedarf an Ersatzinvestitionen hin.

Wachstumserwartung des freien Cashflows und des Gewinns

Ziel der Berechnungen ist es, die zukünftige Ertragskraft des Unternehmens zu bestimmen. Als erste Grundlage zur Berechnung der Wachstumserwartung von Gewinn und freiem Cashflow werden Vergangenheitswerte in die Zukunft extrapoliert. Die Grundlage für die Berechnung sind die Gewinne und Cashflows aus den Jahren 2010- 2020. Die Extrapolation des freien Cashflows aus den Jahren 2010- 2020 ergibt ein durchschnittliches Wachstum von 7.5% pro Jahr. Daraus kann ein langfristig positiver Trend abgeleitet werden.

Die Extrapolation der Gewinne aus den Jahren 2010- 2020 ergibt ein durchschnittliches Wachstum von 10 % pro Jahr. Wie beim freien Cashflow kann auch hier ein langfristig positiver Trend abgeleitet werden.

Zukünftige Gewinnerwartung

Eine der wichtigsten Fragen bei der Ermittlung der zukünftigen Gewinnerwartung ist, wie stark das Unternehmen von einem Megatrend profitiert. Apple profitiert nicht von Megatrends, das Unternehmen setzt Megatrends. Die Computermaus, der iPod, das iPhone und das iPad lösten alle einen Trend aus, der unser Leben verändert hat. Da das Unternehmen neben Hard,- und Software auch Plattformen und Cloudservices für die Produkte anbietet, kann das Geschäftsmodell skaliert werden. Die zukünftigen Services werden davon profitieren und werden reichlich Cashflow generieren.

Es gilt als sicher, dass Apple in Zukunft neue Marktbereiche erobern und neue Trends setzen wird. Als Beispiel sei hier der Eintritt in den Auto- Markt angeführt. Das Geschäftsmodell hat das Potential weiter sehr stark zu wachsen. Als wichtiger Meilenstein für Apple ist die Entwicklung des neuen M1-Chips anzusehen. Damit können alle Produkte mit eigenen Chips betrieben werden und Apple wird unabhängiger von externen Lieferanten. Dies ist als strategischer Vorteil zu bewerten.

Erhöhte Geschäftsrisiken kommen von der Abhängigkeit des iPhones. Der Anteil des iPhones am Umsatz beträgt immer noch 50 %, wenn auch von Jahr zu Jahr abnehmend. Sollte das Unternehmen in diesem Bereich Innovationen verpassen schlägt das sofort auf den Gewinn und die Margen. Im Gegensatz zu Konkurrenzunternehmen investiert Apple weniger. Sollten in Zukunft erhöhte Investitionen fällig werden, drückt das den freien Cashflow.

Auch sind die im Bereich Legal & Compliance aufgeführten Geschäftsrisiken nicht zu unterschätzen. Auch hier kann der freie Cashflow in Mitleidenschaft gezogen werden.

Aus all den oben beschriebenen Fakten und der Berücksichtigung einer angemessenen Sicherheitsmarge leiten wir ein zukünftiges jährliches Wachstum von Apple in Höhe von 9 % ab.

Bewertung Fundamentalanalyse

Apple ist ein Substanzwert mit sehr starken Bilanzdaten und akzeptablem Wachstum. Hervorzuheben sind die gigantischen Cashflows und Netto-Margen nahe 30%.



Preisanalyse

Die berechnete Gewinnprognose beträgt 3.49 EUR pro Aktie in 3 Jahren. Das daraus resultierende erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (forwardKGV) beträgt 32.08. Bezogen auf ein geschätztes jährliches Wachstum von 9 % ist das Verhältnis KGV zu Wachstum (PEG) 3.59. Unter Berücksichtigung von Wettbewerbsvorteilen, Compliance Check, Risiko der Bilanzierungswährung, Zinsniveau und Länderrisiko in den USA sowie politische Sicherheit wird diese Kennzahl als sehr hoch eingestuft, was auf eine Überbewertung der Aktien hindeutet.

Die berechnete Cashflow-Prognose beträgt 5.30 EUR pro Aktie in 3 Jahren. Das daraus resultierende Kurs-Cashflow-Verhältnis (KCV) beträgt 21.16. Bezogen auf ein geschätztes jährliches Wachstum von 9 % ist das Verhältnis KCV zu Wachstum 2.37. Unter Berücksichtigung von Wettbewerbsvorteilen, Compliance Check, Risiko der Bilanzierungswährung, Zinsniveau und Länderrisiko in den USA sowie politische Sicherheit wird diese Kennzahl als moderat eingestuft, was auf eine faire Bewertung der Aktien hindeutet.

Das Verhältnis des aktuellen Unternehmenswertes (EV) zum zukünftig erwarteten Umsatz beträgt 7.26. Das bedeutet, Apple wird aktuell mit dem 7.26- fachen des erwarteten Umsatzes bewertet. Diese Kennzahl deutet auf eine Überbewertung der Aktie hin.

Der Kurs liegt aktuell 6 % unter dem 52-Wochen-Hoch.

(alle Berechnungen zum Kurs per 10.2.2021)                                                     

Berechnung fairer Wert

Geistiges Eigentum

Für klassische Value Investoren fällt die Bewertung von Unternehmen aus der Digitalbranche sehr schwer, weil der selbstgeschaffene Wert für geistiges Eigentum wie Plattformen und Software in den Bilanzen nicht oder nur unzureichend ausgewiesen wird. Nur hinzugekauftes geistiges Eigentum wird im Goodwill ausgewiesen. Dieser nicht ausgewiesene Wert steigert aber den Gesamtwert dieser Unternehmen erheblich. Auch die Skalierbarkeit des Geschäftsmodells muss in die Bewertung des Firmenwertes einfließen. Die klassischen Berechnungsmethoden der Ikonen des Value Investing sehen solche Berechnungen nicht vor. Daher nehmen wir neben den klassischen Value Kennzahlen auch einen Faktor für geistiges Eigentum und den Wert von skalierbaren Plattformen in unsere Berechnungen auf. So können wir einen realistischeren Unternehmenswert ermitteln. Je nach Skalierbarkeit des Geschäftsmodells berechnen wir den Wert des nicht bilanzierten geistigen Eigentums mit dem Mehrfachen des jährlichen operativen Cashflow.

Für Apple berechnen wir einen Wert für das geistige Eigentum in Höhe von 33.56 EUR pro Aktie.

Fairer Wert nach Dicounted Cashflow Verfahren

Apple hat ein Gesamtvermögen von 3.07 EUR pro Aktie. Hierzu wird der Wert des geistigen Eigentums pro Aktie addiert. Das ergibt ein Vermögen pro Aktie in Höhe von 36.64 EUR. Zur Bestimmung des inneren Wertes wird der abgezinste erwartete Cashflow addiert. Aufgrund der Fundamentaldaten wird mit einem Anlagehorizont bis zum Jahr 2029 kalkuliert und ein innerer Wert von 78.61 EUR pro Aktie errechnet. Dieser Wert liegt 43 % unter dem aktuellen Börsenkurs der Aktie per 10.02.2021.

Fairer Wert nach Umsatzverfahren

Bei diesem Verfahren wird der faire Wert berechnet mit dem Mehrfachen des zukünftig erwarteten Umsatzes Der Multiplikator berechnet sich aus verschiedenen Komponenten wie Wettbewerbsvorteilen, Anteil an Megatrends, Digitalisierung und Skalierbarkeit des Geschäftsmodells, Compliance Check, Risiko aus Zinsniveau, Länderrisiko und politische Sicherheit.

Für Apple ist das Ergebnis ein Multiplikator von 5 auf den Umsatz. Dies ergibt ein fairer Wert der Aktie in Höhe von 84.30 EUR. Dieser Wert liegt 33 % unter dem aktuellen Börsenkurs der Aktie per 10.02.2021.

Bewertung Preisanalyse

Der Preis der Unternehmensanteile wird aufgrund klassischer Kennzahlen als hoch eingeschätzt. Es ist ein beachtlicher Zuschlag zum fairen Wert der Aktie zu zahlen. Lt. Discounted Cashflow Verfahren ist aktuell ein Aufpreis von 43 % und lt. Umsatzverfahren von 33 % zu zahlen.


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Gesamtanalyse

Risiken

Apple ist stark abhängig vom iPhone. 50% des Umsatzes des Unternehmens werden von iPhone generiert. Der Markt für Smartphones im Allgemeinen ist zurzeit gesättigt. Es werden fast nur noch bestehende Geräte ausgetauscht. Auch längere Austauschzyklen bei Smartphones führt zu stagnierendem Wachstum. Langfristig wird der Markt für High-End Geräte, in dem Apple tätig ist, stark von der Konkurrenz angegriffen. Neben Samsung Electronics werden vor allem die chinesischen Anbieter immer stärker in das Luxus- Segment vorstoßen. Damit werden die Preise der Geräte und damit die Margen unter Druck kommen. Sollte Apple es nicht schaffen, mit neuen Innovationen und Services die Abhängigkeit vom iPhone zu verringern, wird das Wachstum stagnieren oder rückläufig sein. Falsche Entscheidungen oder Rückrufe durch Hardwarefehler können am Image als Premiumanbieter kratzen und somit die Tür für die Konkurrenz weiter öffnen. Auch mögliche Patentstreitigkeiten und Probleme bei Zulieferern müssen als Risiken aufgeführt werden.

Apple investiert im Vergleich zur Konkurrenz wenig. Es besteht die Gefahr, dass in Zukunft erhöhte Investitionen fällig werden, die dann den freien Cashflow drücken werden.

Aktuell gibt es von verschiedensten Seiten Klagen gegen Apple. Es drohen weiterhin Steuernachzahlungen im 2- stelligen Milliarden Euro Bereich aus der EU. Weitere Klagen betreffen Wettbewerbsverzerrung im App- Store, Datenschutz und Werbetracking.

Die Kartellklage gegen grosse Tech- Unternehmen in den USA betrifft auch Apple. Sollten die Wettbewerbsbehörden hier Verknüpfungen zum Beispiel mit Google zerschlagen, dann würde das zu erheblichen Kosten für Apple bedeuten.

Chancen

Das Unternehmen hat hervorragende Fundamentaldaten und die Produkte generieren Cashflow in großem Ausmaß. Die Produkte gelten als Statussymbol und Apple ist weltweit führender Trendsetter. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass digitale Produkte sich erst durchsetzen, wenn Apple diese anbietet. Die Möglichkeiten sind riesig, hier sei das Apple Car oder Augmented Reality genannt. Dabei kann das Unternehmen zunehmend Software und Hardware selbst entwickeln und macht sich somit unabhängiger von Zulieferern. Die Geschäftsbereiche Wearables und Services werden für das Unternehmen die Wachstumstreiber der Zukunft sein. Durch die Skalierbarkeit der Plattformen und Cloud- Services bestehen immense Wachstumsmöglichkeiten mit großen Gewinnmargen. Der von Apple geschaffene geschlossene Kreislauf aus Hardware, Software und Services ist einmalig und kann bei keinem anderen Unternehmen der Branche gefunden werden. Die Nutzer werden äußert geschickt an das Unternehmen gebunden.

Apple hat ein hervorragendes Management, welches weitsichtig und im Sinne des Unternehmens handelt. Tim Cook führt das Unternehmen zurückhaltender als es Steve Jobs getan hat. Cook wird gerne vorgeworfen, keine innovativen Produkte hervorzubringen. Das stimmt so nicht. Die Pläne von Apple zum Beispiel im Gesundheitsbereich bieten immense Möglichkeiten. Durch Gesundheitsservices werden die Nutzer noch mehr an das Unternehmen und dessen Produktkreislauf gebunden. Die Firma wird dadurch zu einem Big Data Anbieter im Gesundheitswesen. Apple verdient mit Big Data noch kein Geld. Hier eröffnet sich mit mehr als einer Milliarde Nutzer sehr großes Potential.

Apple ist zurecht die grösste Position eines Einzelunternehmens im Bolesch Beteiligungsportfolio. Der Anteil beträgt aktuell 7 %. Dies ist angemessen. Einen Nachkauf ziehen wir bei aktuellen Preisen nicht in Betracht. Hierzu müsste der Preis der Aktie deutlich zurückkommen.

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Quellen

Alle verwendeten Daten für die Fundamentalanalyse stammen von Apple und können in den Geschäftsberichten auf der Investor Relations Website von Apple eingesehen werde

Offenlegung

Der Autor hält Aktien von Apple Inc.

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